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Kodersdorf klotzt und kleckert nicht

Die Gemeinde bei Görlitz investiert in ein neues Feuerwehrhaus. Auch ins Dorfbild. Der Plan für ein Ärztehaus muss schnell überarbeitet werden - um die Ärzte zu halten.

Von Frank-Uwe Michel
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Der Anbau an der Oberschule in Kodersdorf wächst. Er ist eines der größeren Bauvorhaben der Gemeinde in diesem Jahr.
Der Anbau an der Oberschule in Kodersdorf wächst. Er ist eines der größeren Bauvorhaben der Gemeinde in diesem Jahr. © André Schulze

An Ideen mangelte es dem Ort an der B 115 auch in den vergangenen Jahren nicht. Allerdings passierte vieles im Hinterstübchen. Projekte wurden angeschoben, Planungen vorbereitet, Geldquellen erkundet. "2020 werden wir einiges davon verwirklichen", sagt Bürgermeister René Schöne.

Feuerwehrgerätehaus entsteht im zweiten Anlauf

Eines der wichtigsten Projekte ist der mit Horka vorbereitete Bau des gemeinsamen Feuerwehrgerätehauses für Särichen und Mückenhain. Das Projekt sollte eigentlich schon im vergangenen Jahr starten, hatte aber keine Fördermittel in der erhofften Größenordnung bekommen. Weil es sich hierbei aber um eine interkommunale Zusammenarbeit handelt und der Freistaat dies besonders würdigt, beträgt der Fördersatz jetzt 90 Prozent. Bei einem Kostenvolumen von rund einer Million Euro werden also 900.000 Euro zugeschossen. Die verbleibenden Eigenmittel teilen sich Horka und Kodersdorf. Entstehen soll ein Gerätehaus mit zwei Fahrzeugstellplätzen. "Die Planung ist längst fertig. Nun geht es an die Ausschreibung der Leistungen. Wahrscheinlich im Sommer kann dann der Bau beginnen", blickt Schöne voraus. Eingeweiht werden soll das Gebäude dann im nächsten Jahr.

In Särichen entsteht ein kleiner Gewerbepark

Ebenfalls in Särichen wird die Umgestaltung der ehemaligen Milchviehanlage vorangetrieben. Nachdem ein externes Unternehmen die Dächer schon mit einer Photovoltaik-Anlage ausgestattet hat, werden in diesem Jahr Strom- und Regenwasserleitungen verlegt. Auch die Einfahrt wird erneuert. Außerdem soll um das Gelände ein Zaun gezogen werden. Teile der dann zur Verfügung stehenden Flächen und Räumlichkeiten werden vermietet. "Dazu gibt es eine Reihe von Interessenten", ist der Bürgermeister zuversichtlich, dass hier ein Gewerbestandort entstehen kann.

Kodersdorf-Bahnhof bekommt Begegnungsraum

In Kodersdorf-Bahnhof wird ein Teil der Siedlung in diesem Jahr sein Aussehen verändern. Mit Fördermitteln des Freistaates Sachsen zur Brachenberäumung werden die seit Jahren leer stehenden Siedlungshäuser abgerissen. Die Gemeinde hatte dazu bereits ein Konzept erstellen lassen. An ihrer Stelle soll ein begrünter Lärmschutzwall entstehen. Ein Gebäude bleibt allerdings stehen. "Die alte Wäschemangel ist für Kodersdorf-Bahnhof ortsbildprägend. Wir wollen sie sanieren und mit einem Anbau versehen." Der sei als Begegnungs- und Versammlungsraum für die Einwohner gedacht.

Anbau der Oberschule wird vollendet

Pünktlich zum Beginn des neuen Schuljahres soll in Kodersdorf der Anbau an der Adolf -Traugott-von-Gersdorf-Oberschule in Betrieb genommen werden. Hier entstehen seit dem vergangenen Jahr drei zusätzliche Klassenzimmer, die mit einem Treppenhaus verbunden sind. Finanziert wird das etwa 1,25 Millionen Euro teure Bauprojekt zu 75 Prozent durch Fördermittel aus dem Programm "Vitale Dorfkerne". In der Schule lernen derzeit über 300 Kinder.

Ärztehaus derzeit noch nicht in Sicht

Nicht ganz so erfolgreich gestaltet sich der Umbau des Herrenhauses Schönfelder zum Ärztehaus, das einer der zentralen Punkte im geplanten "magischen Dreieck" ist, zu dem zwei weitere derzeit ungenutzte Gebäude in Kodersdorf gehören. Hierfür sollten ebenfalls Gelder aus den "Vitalen Dorfkernen" zum Einsatz kommen. Allerdings kam die Gemeinde nicht zum Zuge - einerseits, weil das Programm überzeichnet war, andererseits, weil man in der Vorbereitung zeitlich nicht alle "Hausaufgaben" erledigen konnte. "Wir müssen nun überlegen, wie es weitergeht", sagt René Schöne. Ein Kostenvolumen von 2,6 Millionen Euro sei aber nur über Fördermittel zu stemmen. Deshalb liege das Projekt derzeit auf Eis. Je mehr Zeit vergeht, desto größer ist die Gefahr, dass sich die schon angesprochenen Ärzte ein anderes Wirkungsfeld suchen. Da es keine freien kommunalen Immobilien gibt, wird auch der Neubau eines Ärztehauses erwogen.

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