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Köchinnen retten Kirschen

Die Kirschernte muss in diesem Jahr zwei Wochen früher beginnen. Denn nicht nur der Mensch hat Heißhunger.

Von Bernhard Donke

Sie sind rot, süß und heiß begehrt. Die Süßkirschen auf den Bäumen rund um Groß Radisch wecken nicht nur bei Kirschliebhabern Begehrlichkeiten. Auch viele Vögel würden die saftigen Früchte gerne verspeisen. Dabei ist es erst Anfang Juni. „Durch die milde Witterung im Winter und Frühjahr sind die Kirschen etwa zehn bis zwölf Tage früher zur Reife gelangt als in den vergangenen Jahren“, sagt Liane Manz von den Kirschenköchinnen des Heimatvereins Groß Radisch.

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Um den Vögeln nicht die gesamte Süßkirschenernte zu überlassen, müssen die Frauen die frühreifen Früchte in diesem Jahr schon deutlich eher ernten. Denn die Damen haben mit den ersten Süßkirschen im Laufe dieses und des nächsten Jahres noch viel vor. Sie sollen bei geplanten Projekten weiterverarbeitet werden. Nur so könne der Begriff „Kirschendorf“ auch mit Leben erfüllt werden, erklärt Sabine Hohlfeld vom Verein, während sie fleißig Kirschen von einem Alleebaum pflückt. Zu den Projekten zählt zum Beispiel das weit über die Grenzen des Ortes hinaus bekannte Kirschenfest, das vom 11. bis 13. Juli gefeiert, oder die jährlich stattfindende Genusswanderung während der Kirschblüte Ende April.

Die nächste Wanderung dieser Art findet im nächsten Jahr am 26. April statt. Doch schon zum diesjährigen Kirschenfest werden viele süße Früchte zum Backen von Kuchen benötigt. Entkernt werden die Kirschen übrigens schon kurz nach der Ernte, ehe sie im Tiefkühlfach landen. So stehen sie das ganze Jahr über für verschiedene Rezepte zur Verfügung.

Die Bäume der Süßkirsche prägen bis heute das Bild des Dorfes Groß Radisch am Fuße der 308 Meter hohen Hohen Dubrau. Seit gut 150 Jahren schmückt sich der kleine Ort mit dem Zusatz „Kirschendorf“. Er ist damit auch Teil des internationalen Projekts Themendörfer und Erlebnisdörfer. Im Rahmen dieses Projekts werden stets die dörflichen Unterschiede und Spezialitäten hervorgehoben.

Die Süßkirschen sind laut Sabine Hohlfeld vom Heimatverein Groß Radisch nicht nur erfrischend und süß, sondern enthalten auch viele Vitamine sowie Mineralien. In jeder Kirsche stecken Kalzium, Kalium Magnesium und Eisen. Das wissen sowohl Menschen als auch Vögel zu schätzen.