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Königsbrück wächst wieder

Die Stadt investiert in Kitas und Wohnfläche. Bürgermeister Heiko Driesnack sagt, warum das auch künftig wichtig ist.

© Matthias Schumann

Herr Driesnack, fast alle Kommunen in Ostsachsen verlieren langsam aber stetig Einwohner. Königsbrück legt zu. Wie kommt das?

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Ich denke, dass sich unser Fokus auf Familienfreundlichkeit auszahlt. Tatsächlich hatten wir im vergangenen Jahr wieder Zuzüge in der Stadt. Die Einwohnerzahl ist um 35 gestiegen und 51 Kinder wurden geboren. Und wir hatten im letzten Jahr sogar drei neue erste Klassen in unserer Grundschule. Wir investieren seit Jahren kontinuierlich in die Kindereinrichtungen und generell in eine familienfreundliche Infrastruktur. Dass das auch so ankommt, freut mich natürlich sehr. Tatsächlich sind unsere bestehenden Wohngebiete quasi voll. Umso wichtiger ist die Erschließung des neuen Wohngebietes ‚Am Wasserturm‘.

Das sollte sich ja quasi selbst mit Energie versorgen – als energieautarkes Wohngebiet. Steht die Idee noch?

Nein, nach der letzten Änderung im Gesetz für erneuerbare Energien hätte dieses Konzept für die Investoren keinen Sinn mehr gemacht, weshalb sie sich zurückgezogen haben. Das Wohngebiet entsteht aber trotzdem, die Erschließung soll in den nächsten Wochen beginnen. Es wird ein ganz normales Wohngebiet sein mit über 30 Grundstücken.

Das Interesse fürs Wohnen am Wasserturm ist da?

Ja, ich denke, das kann ich mit einiger Sicherheit so sagen. Obwohl noch nicht wirklich offensiv für das Wohngebiet geworben wurde, sind die ersten Grundstücke bereits vergeben.

Familien, die nach Königsbrück ziehen, brauchen oft auch Kita-Plätze. Da wird gerade wieder investiert ...

Ja, wir erweitern zurzeit die Kapazitäten der Kita Rappelkiste. Genau wie schon bei der Kita Regenbogen, werden wir dabei Module aufstellen lassen. Nachdem die Vorarbeiten bereits Ende 2014 begonnen hatten, sollen die Containermodule nun voraussichtlich Mitte Februar geliefert werden. Außerdem werden wir den Spielbereich auf Vordermann bringen, das haben wir den Eltern zugesagt und das werden wir auch so umsetzen.

Was ist 2015 noch in der Stadt Königsbrück geplant?

Am Königsbrücker Kunstrasenplatz muss dringend etwas getan werden. Das wollen wir in diesem Jahr angehen. Vielleicht hilft uns dabei ein Förderprogramm, in das wir es als eine von wenigen sächsischen Kommunen geschafft haben. Dabei handelt es sich um das interkommunale Bund-Länder-Programm für kleinere Städte und Gemeinden. Die Idee dahinter ist, dass Vorhaben unterstützt werden, die eine gewisse Strahlkraft auch auf das Umland haben. Auch Neukirch und Laußnitz können dabei als Teil der Verwaltungsgemeinschaft Projekte auf den Weg bringen. Das ist insgesamt also eine gute Sache. Nicht zuletzt wird es auch 2015 darum gehen, die geschaffene Infrastruktur zu erhalten.

In diesem Jahr steht auch die Entscheidung zur baulichen Zukunft der Kießling-Oberschule an ...

Ja, wir müssen abwarten, ob sich der Landkreis für eine Sanierung des alten Schulhauses oder einen Neubau an der Turnhalle entscheidet. Wir haben Letzteres favorisiert, nicht zuletzt, weil man nie sagen kann, wie aufwendig und teuer die Sanierung eines doch schon recht alten Hauses am Ende wird.

Falls es so kommt, stünde die Frage, was aus dem alten Schulhaus wird.

Mit dieser Frage müssten wir uns dann auseinandersetzen, ja. Da konkrete Überlegungen anzustellen, macht aber erst nach einer Entscheidung Sinn.

Ein kurzer Blick zurück: Was hat das Jahr 2014 für Königsbrück gebracht?

Wir haben die Kita-Erweiterung vorbereitet, die Buswendeschleife am Ausweich-Schulstandort angelegt und den Abriss im Neuen Lager abgeschlossen. Wir hatten die Tour der Hoffnung zugunsten krebskranker Kinder hier. Ein beeindruckendes Erlebnis, das auch bei mir lang nachgewirkt hat. Und wir waren Gastgeber des Sächsischen Wandertages, der aus meiner Sicht ein Erfolg war. Er hat Königsbrück bekannter gemacht und auch Besucher hierher gelockt, die sonst vielleicht überhaupt nicht auf Königsbrück gestoßen wären.

Gespräch: Annett Kschieschan

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