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Neue Nutzer im ältesten Haus von Königsbrück

Katja Birnstein kaufte ein rund 300 Jahre altes Gebäude und richtete dort ihre Osteopathie-Praxis ein - eine echte Herausforderung.

Osteopathin Katja Birnstein ist stolz auf ihre neue Praxis, die sie im ältesten Haus von Königsbrück am Montag eröffnet.
Osteopathin Katja Birnstein ist stolz auf ihre neue Praxis, die sie im ältesten Haus von Königsbrück am Montag eröffnet. © Matthias Schumann

Königsbrück. Es ist kaum wiederzuerkennen - das Haus Nummer 26 auf der Weißbacher Straße in Königsbrück. Dabei ist es eins der bekanntesten Häuser der Stadt, und das älteste. Ein Kulturdenkmal, das am Rande des Stadtkerns liegt. Der Platz war früher ein Ferkelmarkt, das Haus selbst das Wohngebäude der ehemaligen Hofeschmiede. Jetzt ist das Gebäude saniert.  Katja Birnstein richtete darin ihre Osteopathie-Praxis ein, die am 31. August zum ersten Mal Kunden empfängt.

Der älteste Nachweis zu dem Wohnhaus des Hofeschmieds reicht in das Jahr 1716 zurück. Im Jahr 1752 ist mit dem fürstlichen Schmied Gotthard Schuncke auch ein Bewohner namentlich überliefert. Der Stadtplan von 1730 zeigt das Gebäude mit der tief in das Grundstück führenden Schmiede. Das Wohnhaus des Hofeschmieds ist das letzte erhaltene Gebäude des standesherrlichen Jägerhofes. Es blieb in Privatbesitz. Das Haus wurde bis zum Auszug der letzten Mieterin im Jahr 1998 als Wohnhaus genutzt. Dann verfiel das Gebäude immer mehr. 

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So sah das Haus in Königsbrück vor der Sanierung aus.
So sah das Haus in Königsbrück vor der Sanierung aus. © privat

Doch wie kam Katja Birnstein auf gerade dieses Gebäude, wo sie doch bisher in Dresden in einer Osteopathie-Praxis gearbeitet hat? "Unsere Familie hat eigentlich ein Wohnhaus gesucht. Über Ebay-Kleinanzeigen wurden wir auf das Gebäude in Königsbrück aufmerksam", erzählt sie. Anfang Januar 2019 stand sie das erste Mal mit einem Gutachter davor und war begeistert.  Auch der Gutachter fand, dass man aus dem Haus etwas machen kann. "Ich habe mich gleich entschieden zu kaufen, da es ja noch andere Interessenten gab", erzählt die 34-Jährige. Damals wusste sie noch nicht, dass es ein besonders historisches Haus der Stadt ist. 

Noch im gleichen Jahr startete die Sanierung. Planung und Bauleitung lag in den Händen von Dr. Andreas Bednarek. Da das Haus unter Denkmalschutz steht, mussten zahlreiche Aspekte beachtet und mit der Denkmalschutzbehörde Absprachen getroffen werden. "Wichtig war es uns, dass die historischen Elemente erhalten bleiben und in die Räume der neuen Praxis einbezogen werden", erklärt Katja Birnstein. Ihr Dank geht vor allem an alle Bauleute, "die richtig gut mitgezogen haben".

Aus dem Inneren des Gebäudes musste viel altes Material entfernt werden.
Aus dem Inneren des Gebäudes musste viel altes Material entfernt werden. © privat

Und so präsentiert sich das Gebäude heute: Die äußere Hülle ist saniert, aber das Haus  als historisch erkennbar. Im Inneren gibt es viele Rundbögen, kleine Gänge, verwinkelte Ecken und schmale Gänge. Der Besucher merkt, das er in einem historischen Gebäude ist, und trotzdem findet er sich in einem modernen Ambiente wieder. 

Katja Birnstein will genau dieses Ambiente ihren Patienten vermitteln. "Sie sollen sich wohlfühlen. Sie sollen merken, dass sie hier in guten Händen sind", sagt die Frau. Und sie selbst hat dafür die entsprechende Ausbildung. Sie absolvierte eine Ausbildung zur Physiotherapeutin in Görlitz, danach eine fünfjährige Osteopathieausbildung mit Diplomabschluss an einer belgischen Schule, später kam eine Ausbildung zur Heilpraktikerin hinzu. Es folgte noch eine zweijährige Ausbildung zur Kinderosteopathin, auch mit Diplomabschluss. Später arbeitete sie in einer Praxis in Dresden, bis der Schritt in die Selbstständigkeit folgte.

So sieht es jetzt im Inneren aus. Das ist einer der Behandlungsräume.
So sieht es jetzt im Inneren aus. Das ist einer der Behandlungsräume. © privat

Am 31. August startet sie jetzt also mit ihrer eigenen Praxis, und sie freut sich auf die neue Aufgabe. "Für die nächsten zwei Wochen ist der Terminkalender schon voll, es geht also gleich richtig los", blickt sie optimistisch in die Zukunft. Eine Praxishilfe und Mitarbeiterin für die Anmeldung ist bereits eingestellt, die der Osteopathin den Rücken für die Arbeit mit den Patienten freihalten soll.

Die Räume in der Praxis sind so gestaltet und bereits ausgestattet, dass ein weiterer Osteopath mit Heilpraktikerabschluss eingestellt werden kann. "Mein Anliegen ist, dass die Patienten zufrieden und hoffentlich schmerzfrei nach Hause gehen", sagt Katja Birnstein. Dafür ist eine professionell geführte  Praxis wichtig - und das im ältesten Haus von Königsbrück.       

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