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Königshain inspiriert Künstler

Der Hamburger Maler Lukas Bleuel arbeitet derzeit auf dem Schlossgelände. Doch größere Kunstpläne liegen auf Eis.

Lukas Bleuel aus Hamburg arbeitet derzeit in Königshain.
Lukas Bleuel aus Hamburg arbeitet derzeit in Königshain. © Constanze Junghanß

Zufrieden zeigt Lukas Bleuel auf seine Bilder. Zahlreiche hat er in den vergangenen zwei Wochen gemalt, seit er im Rahmen eines Stipendiums in der früheren Apotheke auf dem Schlossgelände in Königshain sein Atelier aufbauen durfte und selbst im Nebentrakt des Schlosses wohnt. „Was ich hier schaffe, nehme ich nach Hamburg mit.“ Bleuel, 1988 in Fulda geboren und in Hamburg lebend, experimentiert abstrakt mit Farbe und Pinsel. Beim Arbeiten können ihm die Besucher über die Schulter schauen. „An den Wochenenden waren schon Leute da“, sagt er und betont, dass die Tür zum Atelier für jeden offen steht. Einige seiner Arbeiten sind auch im Barockschloss selbst zu sehen, auch wenn dort gegenwärtig Werke des Wiener Künstlers Josef Friedrich Sochurek im Mittelpunkt stehen. Dass der in Krems an der Donau geborene Künstler in Königshain ausstellt, ist eher einem Zufall geschuldet. „Im Vorjahr besuchten meine Frau und ich im Urlaub die Oberlausitz und auch den Handwerkermarkt auf dem Schlossgelände“, erzählt der 74-Jährige. Der Österreicher fragte bei Kulturamtsleiter Joachim Mühle an, ob Interesse an einer Ausstellung bestünde. Das hat geklappt und zur Eröffnung herrschte volles Haus.

Immer wieder ist das Schloss Königshain Schauplatz von attraktiven Kunstausstellungen. Das brachte vor einiger Zeit auch Joachim Mühle auf die Idee, hier ein Depot für Künstlernachlässe einzurichten. Die Stiftung für Kunst und Kultur in der Oberlausitz wollte im ehemaligen Kuhstall ursprünglich Werke aus dem Stiftungsbesitz unterbringen, die sich nicht in Museen und Ausstellungen befinden. Das Anliegen ist eigentlich auch dem Freistaat wichtig, denn allzuviel Kunst verschwindet nach dem Tod des Künstlers. Entweder im Schredder oder in privaten Sammlungen. Erst jüngst verständigten sich die Kulturstiftungen der Länder sowie der Bundesverband Künstlernachlässe auf einen besseren Schutz solcher Nachlässe. Doch das soll im Zusammenspiel mit bestehenden Kunstmuseen geschehen. „Unsere Vorstellungen von einem solchen zentralen Depot gehen nicht konform mit dem Ministerium und Verbänden“, sagt Mühle enttäuscht. Mehrere 100 Werke – unter anderem von Horst Weber, Dietrich Arlt oder Ernst Ulrich Walter – sind deshalb weiter in Niesky bei privaten Personen eingelagert. Werke von Arlt sollen in Königshain im Schloss ausgestellt werden. „Wir müssen schauen, ob wir noch in der Lage sind, ein solches Depot zu errichten oder ob wir uns von dem Gedanken verabschieden müssen“, sagt der Kulturamtsleiter.

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Der ehemalige Kuhstall bleibt vorerst unsaniert. Hier sollten die Nachlässe der Künstler deponiert werden.
Der ehemalige Kuhstall bleibt vorerst unsaniert. Hier sollten die Nachlässe der Künstler deponiert werden. © Constanze Junghanß

Dabei machen die Ausstellungen im Königshainer Schloss gerade am Wochenende und zu ihren Eröffnungen Mut für ein solches Kunstdepot. Dann kommen zahlreiche Besucher, sagt Elke Pietschmann. Sie gehört zum Kreis der Ehrenamtlichen, die sich um das geschichtsträchtige Haus und sein Umfeld kümmern. Fünf bis sechs Ausstellungen gibt es jedes Jahr, die unterschiedlich angenommen werden. Interessierte kämen vor allem, wenn regional bekannte Künstler ihre Werke zeigen oder gleichzeitig Veranstaltungen auf dem Schlossgelände stattfinden. Das würden viele Leute nutzen, um einen Blick in die Ausstellungen zu werfen. Bei den zweimal im Jahr stattfindenden Trödelmärkten oder dem Handwerkermarkt beispielsweise ist das so der Fall.

Dabei hat Königshain zuletzt bereits die Apothekenausstellung abgegeben. „Das Museum ist umgezogen“, bestätigt Joachim Mühle, der auch Vorsitzender vom Königshainer Heimatverein ist. Die Exponate kamen nach Cottbus ins Brandenburgische Apothekenmuseum. Nach der Auflösung des Gartenvereins „hortus amabilis“, dem das Apothekenmuseum gehörte, gingen die Exponate zwar zunächst an die Gemeinde Königshain über. „Aber die Gemeinde hat kein Personal, um das Museum zu betreiben“, erklärt Mühle. Und damit die Ausstellungsstücke nicht irgendwo eingelagert werden und verstauben, kamen sie nach Cottbus.

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