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Königsteins Fußballer schöpfen Hoffnung

Pfaffendorf

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Kurz vor der Kommunalwahl kocht in Königstein die Debatte um den Pfaffendorfer Sportplatz noch einmal richtig hoch. In der jüngsten Stadtratssitzung kam von der CDU überraschend ein Hinweis zu veränderten Fördermittelsätzen für Sportstätten, wovon die Stadtverwaltung offenbar nichts wusste.

Statt nur mit 30 Prozent könnte die Sportplatzsanierung jetzt mit 75 Prozent gefördert werden, hieß es. Im SV Königstein geht nun die Hoffnung um, dass sich der lange vergeblich gehegte Wunsch nach einem besseren Platz doch erfüllt. Vorstandsmitglied Andreas Müller (VBI), der im Stadtrat unermüdlich dafür kämpft, will deshalb erreichen, dass die Sache in die nächste Haushaltsplanung kommt. „Das beantragen wir noch in dieser Legislaturperiode – in der letzten Sitzung des alten Stadtrats“, kündigt er an. Müller argwöhnt aber, dass die Fußballer bei der Stadt trotz besserer Fördermöglichkeiten auf Granit beißen. „Eine echte Kommunikation zwischen dem Bürgermeister und uns hat es nie gegeben“, sagt er. Neuerdings findet Müller – der ins Unionslager wechselt – stattdessen Gehör bei der CDU-Fraktion.

Purer Wahlkampf?

Noch vorigen Herbst hatte es die Mehrheit des Stadtrats abgelehnt, den Sportplatz in den Haushaltsplan für 2009 zu schreiben, nun rennt Müller bei der CDU plötzlich offene Türen ein. Zudem hat der Stadtrat erst Ende März ein Investitionsprogramm bis 2012 beschlossen, in dem vom Sportplatz keine Rede ist – ebenfalls mit den Stimmen der CDU.

Die Art, wie sich die Unions-Fraktion für die Sache stark macht, sieht Bürgermeister Frieder Haase (parteilos) als „puren Wahlkampf“ an. „Warum lässt die CDU so eine wichtige Botschaft drei Wochen lang bis zur Stadtratssitzung liegen“, fragt er. Fraktionschef Hans-Peter Hickmann hat dafür eine simple Erklärung: „Ich wollte es zunächst einmal intern abstimmen.“

Der Bürgermeister aber verlangt jetzt einen konkreten Vorschlag von der CDU, „wo das Geld für den Sportplatz herkommen soll oder auf was man verzichten will.“

Diese Frage wird Haase freilich selbst noch beantworten müssen, denn die erhöhte Sportstättenförderung will sich die Stadt keinesfalls entgehen lassen. Der Bürgermeister macht aber keinen Hehl daraus, dass ihm das Geld in der Innenstadt besser angelegt erscheint als in Pfaffendorf.

Trotzdem werde auch am Sportplatzprojekt gearbeitet, sagt Haase. Den Sportverein hat er inzwischen schriftlich um einen Belegungsplan für die Anlage gebeten – ein Muss für den Fördermittelantrag.

SPD-Fraktionschef Ivo Teichmann hat wenig Hoffnung, dass vom Bürgermeister Unterstützung kommt. „Es tut mir weh, wenn ich die Bedingungen auf dem Platz sehe“, sagt er. Teichmann war im Vorjahr mit dem Vorschlag gescheitert, Rücklagen für die Sanierung zu bilden. Andreas Müller wertet den Brief aus dem Rathaus hingegen als Zeichen, dass sich der Wind im Hickhack vor der Wahl zugunsten der Fußballer wendet.

Stadt schlägt Alternative vor

Das aber wird sich erst noch zeigen, denn die Verwaltung will den Stadtrat vor eine schmackhafte Alternative stellen. Der Bürgermeister will die 75-Prozent-Förderung lieber für eine innerstädtische Sport- und Veranstaltungshalle beantragen und darüber in der nächsten Sitzung abstimmen lassen.

Die Halle freilich steht ebenso wenig im Plan wie der Sportplatz und würde demnach Einsparungen an anderer Stelle bedeuten. Laut Investitionsprogramm sollen Königsteins Rücklagen bis 2012 größtenteils ins Deutsch-Tschechische Begegnungszentrum, in die Schulen und in Stadtumbaumaßnahmen fließen. Das Programm könne man aber auch ändern, sagt Haase.