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Köttewitzer Heim kämpft um seinen Ruf

Angehörige von Bewohnern des Pflegeheimes sind unzufrieden. Leitung und Träger reagieren. Aber nicht auf alle Probleme.

Von Heike Sabel

Die Eltern ins Heim zu geben, ist immer eine schwere Entscheidung. Die hat sich auch das Pirnaer Ehepaar nicht leicht gemacht. Seit fast vier Jahren ist der Vater der Frau im Köttewitzer Heim. Vorher lebte hier schon die Mutter. „Wir dachten immer, es war eine gute Entscheidung, und haben sogar selbst schon dieses Heim für uns in Erwägung gezogen“, sagt die Frau. Das Ehepaar will nicht mit Namen genannt werden. Es befürchtet, das könnte Auswirkungen auf den Vater im Heim haben. Denn da gab es in letzter Zeit einige Dinge, die dem Pirnaer Ehepaar nicht gefallen.

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Problem: Abendbrot im Zimmer,

Lösung: Neue Firma beauftragt

Zum Beispiel, dass der Vater auf einmal das Abendbrot auf dem Zimmer bekam. Das sei weder im Vertrag noch so vereinbart noch Wunsch des Vaters. Im Gegenteil, der brauche den Kontakt zu den anderen Bewohnern. Es sei zwar nur einige Male an Wochenenden gewesen, gefallen hat es weder dem Bewohner noch dessen Angehörigen. Deshalb hat die Tochter in den Unterlagen einen entsprechenden Vermerk eingetragen. Drei von der Heimleitung angebotene Gesprächstermine lehnte sie jedoch ab. „Ich wollte etwas Schriftliches haben, weil ich misstrauisch bin.“ Die schriftliche Antwort auf ihren Eintrag vom 10. September erhielt sie dann am 6. November. Ursache für das Abendbrot auf dem Zimmer war Personalmangel aufgrund von Krankheit, sagt Heimleiter Thomas Neumann. „Wir haben jedoch vorher mit jedem gesprochen“, sagt er. Zudem seien es nur sehr wenige Abende an Wochenenden gewesen.

Problem: Ausbildungspauschale

Lösung: Die Leute behalten

Die Ausbildungspauschale ist rechtens. Doch nun wurde sie bei der Pflegestufe 1 im Köttewitzer Heim plötzlich um mehr als das Doppelte auf 2,20 Euro erhöht. Die Angehörigen werfen der Leitung und dem Träger vor, ihr Personal nicht zu pflegen. Die Folge, e

Derzeit sei die Personalsituation top, sagt Neumann, der seit Mai Heimleiter ist. Zuvor hatten sich Mitarbeiter an die SZ gewandt, weil sie die Situation für unerträglich hielten, einige hatten gekündigt. Auch Angehörige hatten sich beschwert. Seither käm

Problem: Servicepauschale

Lösung: Vertrag kündigen

Die Servicepauschale beträgt zehn Euro im Monat. Sie ermöglicht eine Rundumversorgung, sagt Hünlich. Wenn zum Beispiel für den Bewohner extra Zahnpasta gekauft werden soll, die dann natürlich auch bezahlt werden muss.

Die zehn Euro sind der Pirnaer Familie sowie einem Angehörigen eines weiteren Bewohners zu viel. Er hat den entsprechenden Vertrag schon gekündigt. „Zehn Euro sind dafür zu viel, das kann ich allein erledigen“, sagt er. Die Pirnaer denken darüber nach. Derzeit zahlen 53 der 56 Bewohner die Pauschale.