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Elberadweg in Pieschen wieder frei

Der Neustädter Hauptkanal wurde auf der Kötschenbroder Straße mit einem besonderen Verfahren saniert. Wie das funktioniert hat.

Der Kanal unter der Kötzschenbroder Straße ist saniert. So konnte sie und damit auch der Elberadweg jetzt wieder freigegeben werden.
Der Kanal unter der Kötzschenbroder Straße ist saniert. So konnte sie und damit auch der Elberadweg jetzt wieder freigegeben werden. © René Meinig

Dresden. Weit über ein Jahr war die Kötzschenbroder Straße hinter dem Ballhaus Watzke bis zum Ende der Flutrinne gesperrt. Die Stadtentwässerung hat dort auf einer Länge von rund einem Kilometer den großen Neustädter Abfangkanal saniert. "Die Arbeiten sind jetzt abgeschlossen", sagt Projektleiter Heiko Nytsch von der Stadtentwässerung. "Seit Montag ist die Kötzschenbroder Straße wieder frei. Damit ist auch dieser Teil des Elberadwegs wieder befahrbar.

Der Neustädter ist als Pendant des Altstädter Abfangkanals die rechtselbische Abwasser-Hauptschlagader zum Klärwerk Kaditz. Die zwischen 1904 und 1907 gebaute Betonröhre ist 6,6 Kilometer lang. Davon sind jetzt über drei Viertel saniert. Dafür hat die Stadtentwässerung knapp 18 Millionen Euro investiert. Die Kötzschenbroder Straße war seit Dezember 2018 außer für Anlieger gesperrt, was vor allem anfangs für viel Ärger bei den Pieschenern sorgte.

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Erhebliche Schwierigkeiten

Der Bau hatte sich verzögert, da die Montage der Abwasser-Ersatzleitung viel länger dauerte. Beim Aushub der bis zu acht Meter tiefen Schächte für den Anschluss des Abfangkanals und von drei Seitenkanälen gab es erhebliche Schwierigkeiten. Denn die Bauleute stießen dabei auf festes Gestein und alte Fundamente im Untergrund. Es dauerte wochenlang, diese Hindernisse zu beseitigen.

Im Juli 2019 ging die Ersatzleitung in Betrieb. So konnte die zwischen 2,1 und 2,5 Meter hohe Röhre auf besondere Weise saniert werden. Wäre sie komplett erneuert worden, hätte die gesamte Straße aufgerissen werden müssen, um neue Betonröhren einzusetzen.

Mit einem anderen Verfahren waren aber nur sechs Baugruben nötig. Per Kran wurden die meistens drei Meter langen glasfaserverstärkten Kunststoffrohre eingehoben. Die schwersten Segmente haben drei Tonnen auf die Waage gebracht. Ein motorgetriebener Wagen schob sie letztlich in den alten Kanal, wo sie zusammengefügt wurden. So fließt das Abwasser jetzt durch die Kunststoffröhre in der alten Betonröhre. Die Kanalabschnitte waren Ende vergangenen Jahres fertig.

Letzter Abschnitt wird vorbereitet

Zum Schluss wurden zwei sogenannte Abschlagsbauwerke zwischen den Kanalabschnitt an der Trachauer und der Herbststraße saniert. Regnet es stark in Dresden, läuft dort durch 1,5 Meter hohe Röhren verdünntes Abwasser in die Elbe über. Damit kann im Extremfall verhindert werden, dass es zum Kollaps im Kanalsystem kommt. Dort hatten die Vorgänger der jetzigen Bauleute vor 115 Jahren offensichtlich solide Qualitätsarbeit geleistet. Sonst hätten die Männer einen unvergleichlich größeren Aufwand an 22 Meter langen, hallenförmigen unterirdischen Bauwerken betreiben müssen.

Vorbereitet wird derzeit bereits die Sanierung des letzten Abschnitts des Neustädter Abfangkanals. Dabei handelt es sich um das 1,5 Kilometer lange Stück vom Beginn der Scharfenberger Straße an der Flutrinne bis zum Klärwerk Kaditz. „Der Bauauftrag ist erteilt“, sagt Projektleiter Nytsch. Anfang Juni sollen die Arbeiten beginnen.

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