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Görlitz

Kohleausstieg verliert seinen Schrecken

Sebastian Beutler über die Bemühungen von Politik und Wirtschaft in der Oberlausitz

Symbolbild
Symbolbild © SZ-Archiv / Montage: SZ-Bildstelle

Alle Welt redet auf einmal vom Wasserstoff seit Siemens, der Freistaat und die Fraunhofer-Gesellschaft ihren Innovationscampus für Görlitz begründet haben. Ehrlicherweise muss man sagen: Die Welt hat schon viel früher von Wasserstoff gesprochen, testet und erforscht die Technologie.

Selbst der Görlitzer OB Siegfried Deinege schrieb bereits im November 2014 einen Brandbrief an Siemens, indem er den Konzern aufforderte auf die Folgen der Energiewende zu reagieren und sich für Görlitz um neue Produkte zu kümmern.

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Andererseits: Vor fünf Jahren waren die drastischen Folgen des Klimawandels längst nicht so geläufig wie heute, trieb er vor allem die Jugend nicht so um, die unter dem Eindruck von Dürresommer und Eisschmelze an den Polen sich um die natürlichen Grundlagen ihres künftigen Lebens auf der Erde sorgt. Siemens-Chef Joe Kaeser sprach am Montag in Görlitz davon, dass wir keinen Planet B haben, der Kohleausstieg bis 2038 richtig sei und der Ausstieg nun in zwei Jahrzehnten umsichtig, ökologisch nachhaltig und ökonomisch sinnvoll gestaltet werden kann. Ins Politiker-Sprech übersetzt, heißt das: Erst Investitionen in Infrastruktur und Forschungseinrichtungen in der Kohleregion, damit neue Produkte und Technologien soweit marktreif getestet werden können, um dann neue Industrien aufzubauen und damit Arbeitsplätze. Dann abschalten der Kohlemeiler. In der Theorie hört sich das einfach an. Die Skepsis in der Region war und ist groß, auch wegen der Erfahrungen mit Ökosteuer und Energiewende. Aber die Signale dieser Tage lassen erkennen, dass Politik und Wirtschaft jetzt an einem Strang ziehen. Und das ist eine gute Nachricht.

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