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Eine Wette auf die Zukunft des Berzi

2,5 Millionen Euro für die vier Schiffsanleger ist viel Geld, findet SZ-Redakteur Sebastian Beutler. Ein Kommentar.

© Bildstelle

Wer will das nicht: einen See als Seglerparadies, wo die Boote nicht nur vom Hafen und zurück übern See schippern können, sondern auch noch an zwei, drei anderen Anlegern Station machen können. Damit die Segler ein Café aufsuchen oder einfach die Natur erleben können. Oder ein Fahrgastschiff, das Besucher vom Nord- zum Südufer des Sees bringt und die durchaus ziemlichen Entfernungen am See schrumpfen lässt.

Alles schön und gut. Aber der Preis dafür ist stattlich: 2.500.000 Euro. Selbst wenn den Großteil der Bergbausanierer LMBV bereits beigesteuert und absehbar der Freistaat finanzieren wird, bleiben auch bei den beteiligten Kommunen mehr als 150.000 Euro hängen. Das ist für eine überschaubare Nutzergruppe viel Geld. Denn ob, wann und wie ein Fahrgastschiff auf dem See unterwegs sein kann, steht in den Sternen. Und die Segler leben schon einige Jahre ohne die Schiffsanleger, ohne dass ihre Welt untergegangen ist.

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Andererseits: 800.000 Euro sind bereits in die Anleger geflossen, ohne dass sie ihren Zweck erfüllen. Wenn an ihnen nichts getan wird, müssen Fahrgastschiffe so umgebaut werden, dass sie auf dem See verkehren und anlegen können.  Diese Mehrkosten könnte aber die Lust des einen oder anderen dämpfen, trotz aller Risiken ein solches Schiff auf den See zu bringen. Linienverkehr wird es sowieso auf Jahre hinaus vermutlich nicht geben.

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Es bleibt also eine schwierige Abwägung zwischen den  finanziellen Zwängen einerseits und der Hoffnung auf einen rasant wachsenden Tourismus und Wassersport auf dem See andererseits. Schönau-Berzdorf hat die Antwort gegeben. Folgt Görlitz der kleinen Gemeinde?

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