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Große Ketten werden gewinnen

Die zeitlich befristete Senkung der Mehrwertsteuer bringt dem Görlitzer Innenstadthandel nicht viel, findet Redakteur Matthias Klaus.

© Nikolai Schmidt

Was bringt die Senkung der Mehrwertsteuer für einen Görlitzer Innenstadthändler? Ja, sie ist gut gemeint. Aber ich denke: nicht viel. Da müssen Kassensysteme angepasst, vielleicht noch Experten extra hinzugezogen werden. Das kostet. Nicht nur Zeit und Nerven, vor allem auch Geld. Und am Ende des Jahres steht dann die Rolle rückwärts wieder an.  Gut gemeint ist eben nicht immer gut gemacht. Ja, die Regierung will was für den darbenden Handel tun. Völlig in Ordnung! Aber ob es nun eine, auch noch zeitlich befristete, Senkung der Mehrwertsteuer sein muss?  

Das bezweifle ich, jedenfalls für jene Händler, hinter denen keine großen Ketten stehen. Kaufland, Edeka mit Marktkauf, DM, und, und, und -  klar, da lohnt sich die Steuersenkung. Kunden werden dort so richtig zuschlagen. Und da geht es ja schließlich auch nicht nur um Görlitz. Die Masse macht es eben. 

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Der Görlitzer Innenstadthändler macht das Theater mit und sagt am Ende des Jahres womöglich: Gut, dass es vorbei ist. Das Defizit im Handel, das wegen Corona aufgelaufen ist, es wird sich nicht mit einer zeitlich befristeten Steuersenkung in einer Stadt wie Görlitz ausgleichen lassen. Das ist utopisch. Niemand wird jetzt sagen: Huch, ich hatte im Frühjahr noch kein neues T-Shirt, da kaufe ich jetzt fünf. Insofern sieht Georg Schwind vom gleichnamigen Modehaus die Situation durchaus realistisch.

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Gewinner werden die großen Verkaufsketten sein. Natürlich, auch sie werden Verluste zu verzeichnet haben. Und wie schnell so eine Kette in Schwierigkeiten geraten kann, sehen wir ja gerade bei Karstadt. Dennoch: Die Mehrwertsteuersenkung ist mit Sicherheit gut gemeint, aber wird nicht den gewünschten Effekt erzielen. Jedenfalls nicht für die breite Masse der Händler.

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