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Kommentar: Die Chance für ein positives Signal

Andreas Weller über die Gefahr für den Ruf Dresdens

Selbstverständlich will niemand den vielen Menschen, die montags auf die Straße gehen, das Recht absprechen, ihre Meinung zu vertreten. Sicher hat die Mehrheit darunter konkrete Sorgen und ist nicht volksverhetzend wie etwa Teile der Pegida-Führung.

Dennoch muss man auch sagen dürfen, dass das bisherige Elbflorenz gerade dabei ist, sich einen fremdenfeindlichen Ruf in der Welt zu erarbeiten. Da mögen einige sagen, ist uns doch egal, wir wissen ja, wie schön Dresden ist. Ja, aber dass es Dresden bessergeht als vielen anderen deutschen Städten, liegt eben auch daran, dass wir viele Unternehmen haben, die erfolgreich sind. Und Silicon Saxony beispielsweise funktioniert nur mit internationalen Partnern und Fachkräften, die hierherkommen.

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Ist der Ruf Dresdens in der Welt ruiniert, wird es der Stadt sicher nicht bessergehen als bisher. Deshalb darf Pegida nicht verteufelt werden. Aber es ist schon traurig, dass sich bisher so wenige gegen die diffusen Auftritte der Bewegung gestellt haben. Mit einer größeren Gegenbewegung, wie in allen anderen Städten, in denen die Ableger laufen, ginge auch ein anderes Signal von Dresden aus. Vielleicht ist das für Montag geplante Konzert ja ein Anlass, dass viele Menschen für Weltoffenheit dabei sind.