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Kommentar: Eine Große Kreisstadt wird das schaffen

Frank Seibel über ein weiteres Flüchtlingsheim in Niesky

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Tief Luft holen ist erlaubt. Ja, es ist für eine kleine Stadt wie Niesky eine Herausforderung, ein zweites Asylbewerberheim in ihrer Mitte aufzunehmen – und diesmal wirklich in der Mitte. Schließlich ist das bisherige Heim keine Klosterschule, und es hat immer mal wieder Ärger gegeben. Bis zu 100 alleinstehende Männer aus verschiedenen Ländern unter einem Dach, das ist eben nicht ganz einfach. Nun verdoppelt sich die Zahl der Plätze. Das ist keine Kleinigkeit.

Dennoch gibt es keinen wirklichen Grund zur Sorge. Zum einen kann der Landkreis auf einen erfahrenen Betreiber bauen, die Firma BMS, die auch das bisherige Heim routiniert leitet. Zum anderen haben Kreis und Betreiberfirma aus den Problemen im Heim auf der Fichtestraße viel gelernt und sich die Welt nicht schöner geredet als sie ist. Es gibt Sicherheitspersonal, und es gibt eine Sozialarbeiterin, die sich tapfer und kompetent als Autorität behauptet.

Die gleiche Struktur soll es im neuen Heim geben. Das sind gute Voraussetzungen. Und die Erfahrungen in anderen Städten des Landkreises zeigen, dass sich die meisten Flüchtlinge ganz selbstverständlich ins Stadtbild einfügen, dass sie freundlich sind und freundlich behandelt werden. Niesky ist stolz „Große Kreisstadt“ zu sein. Da sollte das klappen.