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Kommentar: Hier hilft nur die Abrissbirne

Tobias Hoeflich über die Zukunft des „Haus am Zwinger“

Die Empörung unter vielen Dresdnern war groß, als Ende der 90er-Jahre der Bau des „Haus am Zwinger“ begann. Nicht nur die Architektur stieß auf Kritik. Auch das Areal der zu DDR-Zeiten abgerissenen Sophienkirche wurde mit dem Riegel zum Teil überbaut. Heute, 15 Jahre nach der Eröffnung, lässt sich festhalten: ein Jammer, dass all die Kritik damals nichts zu bewirken vermochte.

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Nach wie vor steht dieses Beton-Ungetüm größtenteils leer, mehrfach wechselte es den Besitzer. Glücklich geworden ist keiner damit. Nicht nur aus ästhetischen Gründen ist das Haus ein Ärgernis, auch städtebaulich: In Kombination mit dem L-förmigen DDR-Gebäude an der Ecke Wilsdruffer/Schloßstraße sind völlig tote Stadträume entstanden – vor allem in der Kleinen Brüdergasse: Blickbeziehungen, Verweilqualität, abwechslungsreiche Fassaden? Fehlanzeige. Wen wundert‘s, dass sich niemand dorthin verirrt.

Daran wird sich auch nichts ändern, wenn der Riegel zum Wohnhaus umgebaut wird. Die Brüdergasse wirkt weiter wie ein schäbiger, verlassener Hinterhof – und das in solch’ exponierter Lage neben dem Taschenbergpalais. Konsequent wäre, langfristig den Abriss des Riegels sowie des Wohnhauses an der Schloßstraße anzustreben und die städtebauliche Situation neu zu ordnen – statt diesem toten Fremdkörper namens „Haus am Zwinger“ krampfhaft Leben einhauchen zu wollen.

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