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Kommentar: Kein Platz für Individualität

Juliane Richter über die Entwicklung der Centrum-Galerie

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In die Centrum-Galerie ist wieder Leben eingekehrt. Zwar ist das Center an Dresdens Einkaufsstraße Nummer eins noch nicht voll vermietet, aber es funktioniert. Für die Innenstadt ist das positiv. Denn ein gut besuchter Einkaufstempel hinterlässt einen deutlich besseren Eindruck, als der traurige Anblick leerer Gänge und geschlossener Geschäfte. Niemand will eine Investruine in bester Lage. Die Strategie des Centerbetreibers ist somit aufgegangen.

Für Individualisten ist aber auch dieses Einkaufszentrum nichts – egal welche in Dresden einzigartigen Läden darin zu finden sind. Denn sie alle sind ein Teil großer Modeketten. Wer zu Primark oder Bershka einkaufen geht, kauft Klamotten von der Stange. Dabei gilt bedauerlicherweise: je günstiger, desto besser. Auch die Mehrzahl der Schuhläden in der Centrum-Galerie bietet vor allem Waren im niedrigen Preissegment. Wie lange diese dem täglichen Gebrauch standhalten, bleibt fraglich.

Mit der Wahl seiner Mieter reiht sich das Center damit erfolgreich ein in eine Achse der Beliebigkeit, die vom Hauptbahnhof bis zur Altmarktgalerie führt. Individuelle Läden mit kleinen Labels sucht man hier leider vergebens. Aber wovon sollten diese Läden auch leben, wenn jeder nur darauf bedacht ist, die maximale Anzahl von Kleidungsstücken für den geringsten Preis zu ershoppen?