merken
PLUS Görlitz

Krise trifft jede Branche anders

SZ-Redakteur Ingo Kramer kommentiert, warum Corona die Ausbildungszahlen so unterschiedlich beeinflusst und wie es weitergehen könnte.

© Nikolai Schmidt

Corona hin oder her: Der Bau boomt. In anderen Branchen sieht das völlig anders aus. Friseursalons beispielsweise mussten im Frühling für anderthalb Monate komplett schließen, auch in der Gastronomie und Hotellerie ging in dieser Zeit fast gar nichts mehr. Und das sind nur vier Beispiele. Fakt ist: Die Corona-Krise trifft jede Branche anders.

Entsprechend ist verständlich, dass die Firmenchefs das Thema Ausbildung jetzt auch ganz unterschiedlich angehen. Ein Chef, der nicht weiß, ob sein Betrieb die nächsten Monate überleben wird, stellt jetzt vermutlich erstmal keinen neuen Azubi ein. Reisebüros sind hier ebenso betroffen wie Veranstaltungstechniker und noch einige mehr. Doch da, wo das Geschäft läuft, wird weiter ausgebildet.

Anzeige
Lausitz Festival, ein neues Kultur-Festival
Lausitz Festival, ein neues Kultur-Festival

In Sachsen und Brandenburg findet erstmals ein Mehrsparten-Kulturfestival statt, das durch Fördermittel des Bundes ermöglicht und finanziert wird.

Nicht verunsichern lassen

Und das ist auch gut so. Denn: In den meisten Branchen wird Nachwuchs dringend benötigt. Und das jedes Jahr. Die Firmen, in denen die Geschäfte laufen, sollten sich nicht verunsichern lassen, sondern unbeirrt weiter ausbilden. Wenn sie das jetzt versäumen, haben sie in ein paar Jahren ein noch viel größeres Nachwuchsproblem als ohnehin schon.

Und die, die jetzt in der Krise stecken? Für sie ist es eine unglaublich schwere Entscheidung. Ein Azubi braucht drei Jahre, bis er fertig ausgebildet ist. Bis dahin wird die Krise hoffentlich vorbei sein und der Azubi kann zum festen Mitarbeiter werden. Aber es wird auch Firmen geben, die die Krise nicht überstehen. Wenn sie jetzt einen Lehrling einstellen und ihn in ein paar Monaten entlassen müssen, weil die Firma pleite ist, dann ist das für beide Seiten bitter. Deshalb ist es – bei allem Optimismus für ein baldiges Ende der Krise – auch nachvollziehbar, wenn zum Beispiel ein Veranstaltungstechniker dieses Jahr keinen neuen Lehrling nimmt.

Mehr Nachrichten aus Görlitz lesen Sie hier.

Mehr Nachrichten aus Niesky lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Görlitz