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Corona: Landratsamt enttäuscht Einwohner

Im Landkreis Görlitz tun sich die Behörden schwer, wichtige Zahlen für die Pandemie zu liefern. Das ist ein großes Problem. Ein Kommentar.

Symbolfoto
Symbolfoto © Nikolai Schmidt

Sehen Sie noch durch im Corona-Dschungel? Welche Zahlen sind jetzt die entscheidenden, anhand derer man ablesen kann, ob die Lage schwierig oder entspannt ist? Wie wird ab 15. September getestet? Hat irgendjemand im Landkreis noch die Übersicht? 

Es fällt schwer, das Kreis-Gesundheitsamt in dieser Rolle noch zu sehen. Der Auftritt der Amtsärztin am Montag im Gesundheitsausschuss verlief enttäuschend. Erneut wurden nur Zahlen von Infizierten und der Todesfälle für den Landkreis wiederholt. Eine Bewertung, wo wir im Kreis mit der Corona-Pandemie stehen, ob sie an Tempo zunimmt oder nicht,  gab es nicht. Weder von der Amtsärztin noch vom Landrat oder der zuständigen Sozialbeigeordneten. 

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Geld sicher und gut anlegen? Das ist in Zeiten der Nullzinspolitik nicht einfach. Deshalb sollte man sich gerade jetzt gut beraten lassen.

Diese Zurückhaltung ist auch verständlich. Denn mit dem Zahlensalat vom Montag können solche Aussagen kaum getroffen werden. Dazu müsste man schon etwas mehr wissen: Wie viele Tests werden im Landkreis egal von wem vorgenommen, wie hoch ist bei ihnen der Anteil der positiven Nachweise, wie hat sich dieses Verhältnis seit März entwickelt, wie groß ist der Teil der Bevölkerung, der überhaupt getestet wurde. Erst mit diesem Wissen kann man Annahmen zur "Durchseuchung" der Bevölkerung treffen, zur Abnahme oder Zunahme der Pandemie und damit über das Risiko, sich mit dem Coronavirus anzustecken. Das ist es doch aber, was die Einwohner wissen wollen. 

Vielleicht sind die wachsende Ungeduld und die nicht abflauenden Demos im Süden entlang der B 96 auch nur die Reaktion auf dieses behördliche Nicht-Wissen und die damit verbundenen Unklarheiten. Womöglich kann das alles auch gar nicht das Gesundheitsamt wissen, dann muss es das aber auch sagen.  So entsteht der Eindruck, dass es nicht gewachsen ist, dem Bürger Antworten in der Pandemie zu geben.

Der Landrat regt sich stattdessen auf, dass Bürger ob aus Zufall oder ganz bewusst ihre Masken auf Parkplätzen von Einkaufszentren einfach wegwerfen. Das sei eine "riesengroße Sauerei". Das mag sein. Wo aber das das größte Problem in der Corona-Pandemie ist, muss es eine glückliche Welt sein.

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