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Kommentar: Lieber einmal mehr nachfragen

Christiane Raatz über das neue E-Kita-System

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Die Idee ist gut: Ein zentrales, elektronisches Vergabesystem für Kitaplätze in Dresden. Weniger Rennerei für Eltern, ein besserer Überblick für alle. Allerdings stand die Einführung des Onlineportals E-Kita bislang unter keinem guten Stern: Ein verspäteter Start, Ärger mit Tagesmüttern, Abstimmungsprobleme mit freien Trägern und Verwaltungsmodule, die noch nicht funktionieren. Und dann auch noch eine Datenpanne. Tausende Kita-Anmeldungen gingen im vergangenen November an die falsche Adresse.

Ein zentrales Vergabesystem wie E-Kita einzuführen ist richtig und wichtig. Mit halbfertigen Lösungen ans Netz zu gehen bringt allerdings Probleme. Vor allem, wenn die persönlichen Daten vieler Eltern betroffen sind. Schon der Sächsische Datenschutzbeauftragte hatte ja Bedenken angemeldet, bevor E-Kita an den Start ging. Eine solche Panne darf sich nicht wiederholen. Sonst verlieren die Eltern das Vertrauen. Viele Kita-Anmeldungen müssen von der Stadt immer noch per Hand bearbeitet werden. Erst Ende März soll das Portal dann voll funktionieren. Bis dahin sollten Eltern lieber einmal mehr nachfragen.