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Kommentar: Mehr ist nicht genug

Lars Radau über die Löhne in Sachsen

© kairospress

Auf den ersten Blick belegen die Zahlen des Statistischen Landesamtes eine erfreuliche Entwicklung: Zweistellige Lohnzuwächse selbst in strukturschwachen Regionen wie der Lausitz oder dem Erzgebirgskreis, der Abstand zum bundesweiten Durchschnitt schrumpft kontinuierlich.

Und tatsächlich, es gibt sie durchaus, die „blühenden Landschaften“. Nur leider nicht überall. Und schon gar nicht so schön und kräftig wie im Westen Deutschlands. Selbst in der sächsischen Landeshauptstadt Dresden werden Durchschnittsgehälter bezahlt, die bei gleicher Arbeit um die Hälfte niedriger liegen als in München, Hamburg und Frankfurt am Main. Und das, obwohl das Dresdner ifo-Institut den Ballungsräumen rund um die sächsischen Großstädte schon Cluster zuschreibt, in denen „tendenziell höhere Löhne“ als im Landesdurchschnitt gezahlt werden. Das bedeutet: Während für Sachsens Großstädte die Vorbilder Frankfurt und München heißen, schaut man im Erzgebirge und in der Lausitz gerade mal nach Dresden.

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Die Analyse der Wirtschaftsforscher zeigt damit eine große Gefahr für die wirtschaftliche Entwicklung auf: Wenn Industrie, Forschung und Entwicklung sowie Auslandsverflechtungen die Wachstumstreiber sind, haben die Regionen jenseits der Metropolen das Nachsehen. Dass sich der Freistaat auch in seiner Ansiedlungspolitik zunächst auf die Leuchttürme konzentriert hat, hat eben auch Folgen fürs flache Land.

Jetzt sollte die gleiche Kraft und Beharrlichkeit schnellstens in die Entwicklung der Regionen im Schatten der Leuchttürme investiert werden, damit die Kluft nicht noch weiter aufreißt. Landkreise, die überwiegend von Land- und Forstwirtschaft oder – wie etwa die Sächsische Schweiz – vom Tourismus leben, können aus eigener Kraft ihren Rückstand nicht mehr aufholen.

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Zumal, wenn am Ende schlicht das nötige Personal dafür fehlt – weil die jungen, mobilen Menschen nachvollziehbarerweise den hohen Löhnen folgen. Nach Dresden, Leipzig oder Chemnitz – oder gleich nach Hamburg, Frankfurt oder München. Mehr ist eben nicht genug.