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Kommentar: Möge Polen nicht die Puste ausgehen

Anja Beutler über das polnische Feinstaubproblem

Die schlechte Luft drückt Polen derzeit schmerzhaft. Das Problem ist altbekannt und an Bogatynia besonders gut zu beobachten: Kaum jemand ist hier nicht mit Kraftwerk oder Tagebau verbandelt. Kaum jemand atmet nicht die schlechte Luft. Wo aber soll kritisches Denken und Wille zum Widerspruch gedeihen, wenn der persönliche Wohlstand mit dem Problem zusammenhängt?

So ist es nicht verwunderlich, dass sich die Gemeindeverwaltung von Bogatynia wenig interessiert an der Veranstaltung der Umweltschützer zeigte. Von 20 Stadträten wurden lediglich zwei gesichtet. Auch das ist kein Wunder, denn in Polen stehen im Herbst Kommunalwahlen an. Zu gewinnen gibt es bei dem Thema für die wenigsten Parteien und Kandidaten etwas. Dennoch trifft das Engagement der Umweltschützer einen empfindlichen Nerv im Nachbarland.

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Die polnische Politik ist beim Thema Smog ins Rollen gekommen – allerdings, weil die EU Wirbel gemacht hat, weniger aus eigenem Antrieb. Für die Grenzregionen in Deutschland kann das nur gut sein. Denn bei ungünstigem Wetter bekommen auch die hiesigen Gemeinden eine volle Brise Feinstaub ab. Ein steter Wind der Veränderung ist da nur wünschenswert, denn dann weht vielleicht auch im Winter weniger Kohledunst über die Grenze und die Qualmwolken beim Abbrennen von Feldern oder Wiesen gehören der Vergangenheit an.