SZ +
Merken

Kommentar: Parteien brauchen mehr Profil

Matthias Klaus über Nachwuchssorgen der Parteien im Landkreis Görlitz

Teilen
Folgen

Was auf Bundesebene zu beobachten ist, sieht man nun auch im Kleinen, im Kreis. Den großen Parteien laufen die Mitglieder weg. Die Gründe sind vielfältig, politische Entscheidungen sind das eine, die demografische Entwicklung in der Region das andere. Dass beispielsweise die Linkspartei im Landkreis seit Jahren die ältesten Mitglieder hat, ist ja nun kein großes Geheimnis. Die Gründe sind bekannt. Und das die AfD angesichts der jüngsten politischen Entwicklungen Zulauf bekommt, dürfte auch nicht unbedingt überraschen. Es gibt offenbar dieses diffuse Gefühl bei den Wählern, dass sich die großen Parteien inhaltlich nicht mehr groß unterscheiden. Parteien sind austauschbar geworden – bis auf jene, die einfache Antworten versprechen, egal ob links oder rechts. Den Volksparteien fehlt es an Profil, an Unverwechselbarem. Alternativ wenden sich Politikinteressierte gerade in der Region Wählervereinigungen zu. Da tritt schon mal zur Kommunalwahl der Sportverein von nebenan oder die Feuerwehr an. Da kann man Politik für den Ort machen, pragmatisch, unaufgeregt und abseits von Parteiinteressen. Aber für alteingesessene Parteien ist das natürlich fatal. Und nicht unbedingt ein gutes Zeichen für den Staat.