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Was ist nur mit den Reichsbürgern los?

Corona-Zeiten müssten ein gefundenes Fressen für die Reichsbürger sein. Doch jetzt zeigt sich, was sie sind: Maulhelden, findet Redakteur Frank-Uwe Michel.

© dpa-Zentralbild

Hier mal ein Reichsbürger, da mal ein Reichsbürger. Insgesamt sollen es im Landkreis Görlitz etwa 75 sein, sagt der sächsische Verfassungsschutz. Mit solch einem Flickenteppich lässt sich natürlich kein Staat machen. Schon gar kein Deutsches Reich. Auch nicht in Corona-Zeiten.

Die müssten eigentlich wie gemeißelt sein für die Ablehner des Staates, in dem sie gerade leben. Denn wie schön ließe es sich protestieren und argumentieren gegen die von der Bundes- und den Landesregierungen verfügten Einschränkungen. Von den Mächtigen eines Staates, den es eigentlich gar nicht gibt - laut den Reichsbürgern. Ein bisschen Flagge zeigen kann es doch eigentlich nicht sein für jemanden, der die Bundesrepublik ablehnt und das Deutsche Reich - in welcher Gestalt auch immer - als die noch immer gültige Rechtsform ansieht.

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Vielleicht aber ist es weder Bequemlichkeit noch das Gefühl, sowieso nichts bewirken zu können. Vielleicht hat das im Landkreis fehlende Aufbegehren auch mit Einsicht zu tun - einem kleinen bisschen wenigstens. Wie hätten die Chefs des Deutschen Reiches reagiert, würde ihnen das Corona-Virus zu schaffen machen? Dazu müsste man natürlich erstmal akzeptieren, dass es das Virus überhaupt gibt. Doch wenn? Würde ein Reichskanzler die Rechte seiner Bürger ebenso zusammenstreichen wie das Angela Merkel und ihre Getreuen gerade tun? Angela wer? Natürlich kann man auch alles ignorieren - die Krise, Beschränkungen, Proteste dagegen und den Staat sowieso. Die Behörden freut's. Mit Belehrungen verstopfte Faxgeräte lassen sich einmal im Vierteljahr ganz gut aushalten.

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