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Nur Geduld hilft beim Grenzstau

Sebastian Beutler schreibt über das Verkehrschaos während der Corona-Krise. Er findet es richtig, dass die Stadt Görlitz nun Vorsorge trifft.

© Nikolai Schmidt

Es ist ein Dejavu-Erlebnis besonderer Art, die uns die Corona-Pandemie beschert. Polen kontrolliert restriktiv an seinen Grenzen und hat die Grenzübergänge drastisch reduziert. Die Görlitzer Stadtbrücke und die A 4 in Ludwigsdorf sind so zum Nadelöhr geworden, weil sie die einzigen sächsischen Übergänge nach Polen sind. Alles konzentriert sich auf diese zwei Übergänge.

Das wäre schon zu normalen Zeiten sportlich, in der Corona-Pandemie aber wird es ärgerlich. Die Bürger, die die Schlangen der 1990er Jahre schon wieder vergessen oder sie nicht erlebt haben, sind zu Recht über die Begleitumstände der Warteschlangen verärgert. Und es ist ganz sicher auch so, dass das Görlitzer Rathaus von den Ereignissen am Vorabend des Himmelfahrtstages überrascht wurde. Aber vorbereitet waren eben auch nicht die polnischen Grenzbehörden. Hartnäckig halten sich Gerüchte, dass erst nach einem Schichtwechsel die Kontrollen schneller abliefen – an allen Grenzübergängen zu Polen.

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Es ist daher sicher richtig, dass die Stadt Vorsorge trifft für mögliche Wiederholungen vor Pfingsten und vor Fronleichnam – einem der populärsten Feiertage in Polen überhaupt. Zugleich aber kann die Stadt die Folgen nur lindern, den Stau verhindern kann einzig und allein die polnische Regierung in Warschau. So lange sie an den pingeligen Kontrollen an der Grenze festhält, wird die Abfertigung der Autos langsamer als gewohnt vor sich gehen.

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Auch wenn es schwer ist, als Betroffene Einsicht zu zeigen: Deutschland hat an seiner Südgrenze zur Schweiz und Österreich sowie zu Frankreich zeitweilig durchaus ähnlich gehandelt. Polen ist also kein europäischer Sonderfall. Da im Moment aber die berechtigte Hoffnung besteht, dass spätestens ab 13. oder 15. Juni Polen Einsicht zeigen könnte, wird den Görlitzern im Zweifel nichts übrig bleiben, als mit Geduld die Lage zu ertragen.

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