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Ein bisschen mehr Gelassenheit wäre gut

SZ-Redakteur Ingo Kramer kommentiert das Verschwinden der Statue auf dem Friedhof und die Aufregung darum.

© Nikolai Schmidt

Es ist eine Frage, die sich wahrscheinlich manch einer schon mal gestellt hat: Wie verhalte ich mich richtig, wenn irgendetwas plötzlich anders ist als gewohnt und wenn ich eine Straftat vermute? In diesem Fall geht es um das Fehlen der Statue auf dem Lüders-Grab.

Einige Friedhofsbesucher haben es bei der Friedhofsverwaltung gemeldet. Das ist ein sehr vernünftiger Weg, schließlich ist die Friedhofsverwaltung der „Hausherr“, wenn man so will – und der soll wissen, was auf seinem Grundstück passiert. Er hat dann auch recht schnell reagiert – mit Zetteln in den Schaukästen. Die Frage ist freilich: Wer liest tatsächlich die Aushänge in den Schaukästen?

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Polizei kommt lieber zu oft als zu selten

Ein Besucher ist diese Woche einen anderen Weg gegangen: Er hat die Polizei gerufen und das Fehlen der Statue auch gleich umfangreich bei Facebook dokumentiert. Ersteres kann nicht schaden. Lieber die Polizei einmal zu viel rufen als einmal zu wenig. Immerhin sagen die Ordnungshüter ja selbst gern, dass sie lieber zu oft ausrücken als zu selten.

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Ob man eine solche Beobachtung aber sofort bei Facebook einstellen sollte, ohne zu wissen, ob es sich wirklich um einen Diebstahl handelt, ist hingegen zumindest fraglich. Ich meine: Nein, sollte man nicht. Denn gerade über Facebook verbreiten sich solche Nachrichten in Windeseile und der Verfasser hat später gar nicht mehr die Möglichkeit, das überall richtigzustellen. Stattdessen streut er tatsächlich Fake News. Das passiert sicherlich ohne böse Absicht, keine Frage. Aber es passiert. Darum: Ein bisschen mehr Gelassenheit wäre gut. Lieber erst einmal bei der Friedhofsverwaltung abklären, ob es sich wirklich um einen Diebstahl handelt – und erst dann mit bestätigten Fakten an die Öffentlichkeit gehen.

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