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Kommentar: Störfeuer aus Kalkül

Andreas Weller über den internen Streit bei Dresdens Grünen

© André Wirsig

Selbsterkenntnis ist der erste Schritt zur Besserung, heißt es im Volksmund. Wenn Antje Hermenau einräumt, sich zur Dresdner Stadtpolitik nicht zu äußern zu haben, klingt das nach Reue. Dass der Grünen-Stadtvorstand der sächsischen Spitzenkandidatin und Chefin der Landtagsfraktion den Mund verbietet, ist gut elf Wochen vor der Landtagswahl mehr als ein Hinweis, dass die Partei sich eine Einmischung verbittet. Vielmehr wird der alte Konflikt deutlich, dass sich die Grünen uneins sind, ob sie konservativ mit der CDU regieren wollen oder in einem linken Bündnis.

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Eine Profipolitikerin wie Hermenau weiß, was sie tut. Es geht nicht um eine unbedachte Äußerung, sondern offenbar um Kalkül und ein gezieltes Störfeuer in den Rot-Rot-Grünen Verhandlungen auf Stadtebene. Hermenau ist bekannt dafür, dass sie im Land gerne mit der CDU anbandelt. Ein klares Zeichen in der Landeshauptstadt, dass sie einem linken Bündnis kritisch gegenübersteht, kann das Vertrauensverhältnis auffrischen. Zumal die CDU in Dresden aus eigener Kraft keine Mehrheit mehr findet.

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Mag sein, dass Hermenau ein linkes Bündnis ein Dorn im Auge ist. In Dresden ist das aber nicht ihre Baustelle. Aus dem Ergebnis der Stadtratswahl ergibt sich ein Wählerauftrag, der Rot-Rot-Grün heißt.