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Corona? Am Abstieg ist Dynamo selbst schuld

Ein fairer Wettbewerb war für Dresden nach der Corona-Zwangspause nicht gegeben. Doch der Gang in die 3. Liga hat andere Gründe. Ein Kommentar.

Sächsische.de-Sportchef Tino Meyer kommentiert die Lage bei Dynamo und sagt, dass es vor allem sportliche Gründe für den Abstieg gibt.
Sächsische.de-Sportchef Tino Meyer kommentiert die Lage bei Dynamo und sagt, dass es vor allem sportliche Gründe für den Abstieg gibt. © dpa/SZ

Ohne Drama geht es bei Dynamo Dresden nicht. Rote Karte ausgerechnet für den, der mit seinem Wutausbruch den Verein jetzt wieder deutschlandweit in die Schlagzeilen brachte, dann das Siegtor in letzter Minute. Und trotzdem ist die ohnehin sehr kleine Chance auf den Klassenerhalt in der 2. Fußball-Bundesliga nun nur noch eine theoretische. 

Einmal kurz zusammengefasst: Karlsruhe müsste am letzten Spieltag verlieren, Wehen lediglich knapp siegen sowie Dynamo selbst gewinnen – und dabei noch 14 Tore auf Karlsruhe aufholen. Das wäre wieder Drama, es wäre zudem eine Art von Wunder, das es im Fußball noch nicht gegeben hat.

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Aussichtsreicher ist dagegen der Gang vor das Sportgericht, den Dynamo vergangene Woche angekündigt hat aufgrund fehlender Chancengleichheit beim Neubeginn nach der Corona-Zwangspause. Wer jetzt von schlechten Verlierern redet, verkennt die Gesamtsituation. Der Verein muss zum einen alles versuchen, den Abstieg abzuwenden, der einem sportlichen und auch finanziellen Absturz gleichkäme. Es geht um mehrere Millionen Euro an Fernsehgeldern und auch um Sponsorenverträge.

Zum anderen kann von Gleichbehandlung, also Fairness als einem der elementaren Grundwerte des Sports, tatsächlich keine Rede sein. Acht Spiele in 22 Tagen hat Dynamo zuletzt absolvieren müssen, weil zwei Profis mit dem Coronavirus infiziert waren und daraufhin die gesamte Mannschaft für zwei Wochen vom Gesundheitsamt in Quarantäne geschickt wurde. Die anderen Zweitligisten trainierten in der Zeit nicht nur weiter, sie spielten auch wieder.

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Sportlich steht Dynamo so oder so vor dem nächsten Neuanfang, der nach Lage der Dinge wohl in der 3. Liga stattfinden muss. Das allein auf Corona und den Ligaverband zu schieben, greift allerdings viel zu kurz. Die Fehler hat der Verein zuallererst selbst gemacht. Dafür gibt es ebenfalls Zahlen: nur 13 Punkte aus den ersten 17 Spielen, nur 30 erzielte Tore in den bisherigen 33 Partien. Auch das ist dramatisch. Dramatisch schlecht. Es ist die Bilanz eines Absteigers. Diese Wahrheit gehört jetzt auch dazu.

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