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Kommentar: Wenn das Handy warnt

Steffen Gerhardt über die Möglichkeiten einer Alarmierung

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Ich gebe zu, ich musste erst nachlesen, wie sich der Sirenenton für den Katastrophenfall anhört. Nun weiß ich es: ein einminütiger auf- und abschwellender Heulton. Meinen Eltern ist dieser noch als Luftalarm bekannt. Nun rechne ich zwar mit keinen Bombern, schon gar nicht über meinem Dorf. Aber die Situation in der Welt und in Deutschland lässt mich aufhorchen und sensibler gegenüber solchen Alarmierungssystemen werden. Es ist nicht nur die Terrorgefahr, die einen unruhig werden lässt, auch das Wetter trägt mit seinem gestiegenen Hochwasserpotenzial dazu bei. Deshalb sehe ich es für wichtig an, nicht nur der Sirene im Heimatort wieder mehr Aufmerksamkeit zu schenken, sondern sich auch für neue Formen der Alarmierung – wie eben einer App fürs Handy – zu öffnen. Zwei sind seit wenigen Jahren in Deutschland verfügbar: „Nina“ und „Katwarn“. Aber nur theoretisch. Zum einen sind noch nicht alle Regionen darin berücksichtigt, zum anderen ist es den Landes- und Kreisbehörden freigestellt, welche App sie nutzen. Also muss der Handy-Besitzer, der viel unterwegs ist, beide Apps auf dem Display haben und schauen, wo sich etwas tut – wenn überhaupt. Eine gut gemeinte Lösung, die aber für den Nutzer noch nicht zufriedenstellend ist. Deshalb vertraue ich weiterhin der Sirene. Jetzt weiß ich ja, was zu tun ist, wenn sie eine Minute lang heult: einen öffentlich-rechtlichen Sender einschalten und auf Durchsagen achten.