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Kommt das Bundesamt an den Goetheplatz?

Weil es kein geeignetes Domizil in Freital für die Behörde für Sicherheit in der Informationstechnik gibt, soll eine Interimslösung her. 

Am Goetheplatz ist Platz für das neue Amt. Aber noch gibt keiner Auskunft, ob der Containerbau hier entsteht.
Am Goetheplatz ist Platz für das neue Amt. Aber noch gibt keiner Auskunft, ob der Containerbau hier entsteht. © Andreas Weihs

Autos parken auf dem Asphaltstreifen, der über die Wiese führt. Rechts und links davon verdorrt das Gras in der Sommerhitze. Was man dem Gelände am Goetheplatz auf den ersten Blick nicht ansieht, ist die begehrte Lage: Mitten im Stadtteil Deuben gelegen, ist es eine der größten innerstädtischen Brachen Freitals. 

Immer wieder gab es Vorschläge und auch schon konkrete Pläne, was am Goetheplatz gebaut werden könnte. Nun gibt es Anzeichen dafür, dass sich auf dem Gelände das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) niederlässt.

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Dem Vernehmen nach soll am Goetheplatz ein Interimsbau für die Sicherheitsinformatiker entstehen. Das Amt könnte dann so lange dort eingerichtet werden, bis auf dem Gelände der Lederfabrik das bereits angekündigte neue Behördenzentrum entstanden ist, in das das BSI endgültig ziehen könnte.

Für das BSI momentan auf Standortsuche ist die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben. Dort hieß es zuletzt, man könne noch keine Auskünfte geben, da die Entscheidung, in Freital einen BSI-Standort einzurichten, erst kürzlich gefällt worden sei. Tatsächlich kam die Nachricht überraschend. Verkündet hatte sie Innenminister Horst Seehofer (CSU) persönlich, als er Anfang Juli zu einem Besuch nach Freital kam. 

Die Stadt hatte da der Bundesanstalt schon eine Liste mit möglichen Adressen zusammengestellt. „Dazu gehört auch der Goetheplatz“, bestätigt Stadt-Sprecher Matthias Weigel. Mehr könne er nicht sagen: „Wir sind nicht Herr des Verfahrens.“

Das Grundstück am Goetheplatz gehört der Stadt. Die hatte es erworben. Zuletzt stand darauf die Industrieruine des Prüfgerätewerks Medingen. Die Stadt ließ den Fabrikbau abreißen und die Fläche sanieren. Seitdem gab es verschiedene Ideen für das Grundstück. Pflegeheim, Einkaufszentrum, Schule, Wohnungsbau – es gab sogar einige Planentwürfe. Bis auf einen Kindergarten wurde aber nichts gebaut. Das könnte sich nun ändern.

Das BSI ist in Fragen der Informationstechnik der zentrale Sicherheitsdienstleister des Bundes. Aufgabe der Behörde ist es, die digitale Informations- und Kommunikationstechnik sicherer zu machen und in ganz Deutschland ein einheitlich hohes IT-Sicherheitsniveau zu schaffen. Das BSI setzt sich unter anderem dafür ein, dass bereits bei der Entwicklung von Programmen und Systemen Sicherheitsfragen aufgeworfen und berücksichtigt werden. 

Der BSI-Hauptsitz mit rund 1 000 Mitarbeitern befindet sich in Bonn. In Freital soll eine Zweigstelle mit 200 Mitarbeitern eingerichtet werden. Ein Schwerpunkt am Standort in Freital soll die Zertifizierung von 5G-Anbietern sein. Daneben soll die Ausfertigung von Sicherheitszertifikaten erheblich beschleunigt werden. Auch verschiedene Konzepte den digitalen Verbraucherschutz betreffend sollen von Freital aus umgesetzt werden. Zusätzlich möchte die Behörde eng mit dem Cybercrime-Kompetenzzentrum des Landeskriminalamts und anderen Sicherheitsstellen zusammenarbeiten.

Das heißt, das BSI braucht schnelle Datenleitungen sowie Platz für Technik und Mitarbeiter. Zunächst sollen laut Innenministerium 100 Angestellte schon ab diesem Jahr eingestellt werden. Die Stellen sind allerdings noch nicht auf der Internetseite der Behörde ausgeschrieben. 

Ganz so schnell dürfte es mit einem Neubau für das Cyberabwehrzentrum nicht gehen. Selbst wenn sich die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben bereits auf den Standort Goetheplatz festgelegt hat, bedarf es einer Planung für einen Interimsbau, einer Baugenehmigung und eines Auftragnehmers. 

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Das Verfahren dürfte sich Monate hinziehen. Am schnellsten ginge es, einen sogenannten Container- oder Modulbau zu errichten – wie kürzlich an der Förderschule Zauckeroder Straße geschehen. Dort ist Anfang Juli in nur einer Woche der Rohbau für ein neues Schulgebäude entstanden, an den sich sofort der Innenausbau anschließen kann. Innerhalb eines Vierteljahres kann so ein Haus schlüsselfertig übergeben werden. (mit ypo)

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