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Kommt der Fußgänger-Tunnel unter der Dresdner?

Die Parks an der Großen Röder in Radeberg sollen verbunden werden. Zu einer Variante gibt es Bedenken.

Die Brücke über die Röder an der Dresdner Straße in Radeberg muss dringend in Ordnung gebracht werden. Das Landesamt für Straßenbau und Verkehr arbeitet bereits an den Plänen. In dem Zuge könnte auch eine Unterquerung der Straße für Fußgänger und Radfahre
Die Brücke über die Röder an der Dresdner Straße in Radeberg muss dringend in Ordnung gebracht werden. Das Landesamt für Straßenbau und Verkehr arbeitet bereits an den Plänen. In dem Zuge könnte auch eine Unterquerung der Straße für Fußgänger und Radfahre © Archiv: Thorsten Eckert

Radeberg. Die Stadt Radeberg hat hohe Summen in die Parks an der Großen Röder gesteckt. An der Dresdner Straße in unmittelbarer Nähe des Kaiserhofes sind Grünflächen entstanden, mit Bänken, Rasenflächen und Zugängen zum Röderufer. Was sich Radfahrer und Fußgänger jetzt noch wünschen, ist eine Verbindung zwischen den Parks auf dem Gelände der Alten Druckerei und an der August-Bebel-Straße.Um von einem zum anderen zu gelangen, muss die stark befahrende Dresdner Straße überquert werden. Das ist gefährlich, aufwendig und dauert wegen des dichten Verkehrs sicher auch seine Zeit. 

Nach Angaben von Oberbürgermeister Gerhard Lemm (SPD) sehen auch Verkehrsbehörden und die Polizei eine oberirdische Querung der Dresdner Straße an der Stelle sehr kritisch. Grund ist das starke Verkehrsaufkommen und die damit einhergehende Gefährdung von Fußgängern und Radfahrern. Eine mögliche Lösung wäre die Einrichtung einer Verkehrsinsel. „Jetzt wird geprüft, ob eine Genehmigung mit einer Mittelinsel bei der Verkehrsbelegung zulässig ist“, teilte der Oberbürgermeister mit. Eine zusätzliche Ampel ist zwischen den vorhandenen Anlagen an der August-Bebel-Straße und der Rathenaustraße nicht zulässig. Der Abstand wäre wohl zu kurz. Die ideale Lösung ist eine Verbindung unter der Dresdner Straße hindurch, am Besten am Ufer der Großen Röder. Passenderweise muss die Straßenbrücke über die Röder ohnehin in Ordnung gebracht werden. Das Landesamt für Straßenbau und verkehr (Lasuv) plant eine Sanierung. Brückenbau und Tunnel könnten somit in einem Vorhaben umgesetzt werden.

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Erste Schätzung der Baukosten

Für die Unterquerung gibt es jetzt allerdings Gegenwind. Die Naturschutzbehörde im Landkreis hat Bedenken, so der Oberbürgermeister. Sie befürchtet Beeinträchtigungen des Lebensraumes des Fischotters durch Licht und Lärm. Wenn die unterirdische Querung jedoch als eine Art Tunnel geplant wird, also zum Fluss hin geschlossen ist, könnte er genehmigt werden. Zusätzlich müssten aber auch die Zu- und Abfahrtswege ebenfalls zum Wasser abgetrennt werden. Inzwischen hat jedoch das Planungsbüro Schubert eine Stellungnahme vorgelegt, nach der eine Genehmigung der offenen Variante doch möglich wäre. Eine Antwort dazu liegt von der Naturschutzbehörde noch nicht vor.

 Unklar ist auch noch, wie viel das Vorhaben kostet, Schätzungen liegen zwischen 700.000 und 900.000 Euro.Jetzt hat das Lasuv die Stadt Radeberg aufgefordert, sich für eine Variante zu entscheiden, um die Planung weiterführen zu können.

 Die Stadträte im Technischen Ausschuss haben sich festgelegt. Sie befürworten mehrheitlich die Variante mit einer halbhohen Brüstung zur Röder hin. Stadt, Lasuv und Naturschutzbehörde sollten auf dieses Ziel hinarbeiten.In den vergangenen zwei Jahren sind rechts und links der Dresdner Straße entlang der großen Röder zwei Parks entstanden mit Bänken, Spielwiese und Zugängen zum Wasser. Im Park auf dem Gelände der ehemaligen Druckerei befindet sich auch ein Feld zum Boule-Spiel. Beide Parks gehören zum Projekt „Grünes Band Radeberg“, das sich entlang der Röder vom Hüttertal bis zum Seifersdorfer Tal erstreckt und durchgehend begehbar sein soll.Insgesamt werden in dem Bereich an der Dresdner Straße den Radebergern einmal drei kleinere Parkanlagen zur Verfügung stehen. Derzeit ist die Umgestaltung des Gelbkehains noch in vollem Gange. Hier werden mehrere Spielgeräte aufgestellt. Unter anderem wird es auch eine lange Rutsche geben. Die Investitionssumme beträgt für alle drei Parkanlagen mehr als eine Million Euro.

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