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Kommt der Schulneubau in Radeberg?

Planer stellen vier Varianten für die Grundschule Süd vor. Welche das sind und warum die Entscheidung schwer wird.

Eine Skulptur mit zwei Schülern steht vor der Grundschule Süd in Radeberg. Das Gebäude im Hintergrund muss dringend saniert werden. Jetzt gibt es vier Vorschläge dafür.
Eine Skulptur mit zwei Schülern steht vor der Grundschule Süd in Radeberg. Das Gebäude im Hintergrund muss dringend saniert werden. Jetzt gibt es vier Vorschläge dafür. © Archivfoto: Thorsten Eckert

Radeberg. Zunächst schien alles klar: Die Grundschule Süd an der Heidestraße in Radeberg wird für zwei Jahre saniert. In der Zeit ziehen die Schüler in einen Containerbau. Anschließend lernen sie wieder in ihren gewohnten Schulgebäude. Dann kam alles anders.

Stadträte im Technischen Ausschuss hatten Bedenken schon wegen der hohen Kosten für das temporäre Containergebäude und stimmten mehrheitlich gegen das Projekt. Warum nicht gleich eine neue Schule errichten, eine, die modernen Erfordernissen entspricht und auch von der Kapazität her fürs nächste Jahrzehnt ausreicht? 

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Die vergangenen Wochen hat die Stadtverwaltung genutzt, um einen Variantenvergleich zu erarbeiten. Jetzt ist er fertig. Vier Möglichkeiten wurden untersucht. Die Vorschläge  liegen den Stadträten vor. Am kommenden Mittwoch fällt bei der Stadtratssitzung die Entscheidung. Das sind die vier Eckpunkte der einzelnen Varianten:

Variante 1: Der ursprünglich angestrebte Plan

Nach diesem Vorschlag  wird an der Schillerstraße etwa einen halben Kilometer vom jetzigen Schulgebäude  an der Heidestraße entfernt ein Interimsschulhaus errichtet. Rund 170 Container werden drei Stockwerke hoch aufgestapelt. Sie bieten Platz für die mehr als 200 Kinder. Das Gebäude auf Zeit ist knapp siebzig Meter lang und 14 Meter hoch und mit allem ausgestattet, was eine Schule braucht, Klassen- und Horträume, Speisesaal und Freiflächen zum Spielen. 

Laut Variantenvergleich kostet der Interimsbau knapp 3,5 Millionen Euro, die gleiche Summe etwa wie die Modernisierung des Schulhauses an der Heidestraße. In dem Vergleich ist erstmals eine neue Kita mit aufgenommen worden. Sie ist dringend notwendig, um die steigende Zahl der Kinder in Radeberg zu betreuen. Insgesamt kommen die Planer bei dieser Variante auf Kosten von 10,2 Millionen Euro. 

Vorteile: Es ist der günstigste Vorschlag und der am schnellsten umzusetzende. Nachteile: Auch nach der Schulsanierung sind die Räume vergleichsweise klein, das Haus entspricht nicht heutigen Normen, die Kapazitätsgrenze ist bereits jetzt erreicht.  Es handelt sich um die ursprünglich angestrebte Variante. Sie war im Technischen Ausschuss auf  Widerstand gestoßen.  

Variante 2: Der teuerste Vorschlag

Die zweite Variante sieht den Neubau eines Schulgebäudes mit Hort an der Heidestraße vor. Das bestehende Schulhaus wird abgerissen. Auf dem gleichen Grundstück wird eine Kita errichtet, so dass eine Art Kinderzentrum entsteht. Während des Neubaus können die Kinder noch im alten Schulhaus lernen. 

Nachteil sind die hohen Kosten. Mit 18,2 Millionen Euro wäre das die teuerste Variante. Entstehen würde ein modernes Schulhaus mit drei zusätzlichen Klassenräumen und einem Mehrzweckraum. Die Bauarbeiten könnten nach Angaben der Stadt aber frühestens 2023 beginnen, ein Jahr später wäre das Schulgebäude fertig, die neue Kita sogar erst 2025.

Variante 3: Schule und Hort wären räumlich getrennt

Bei Vorschlag Nummer drei kommt das Grundstück an der Schillerstraße wieder ins Spiel. Dort könnte eine dauerhafte Schule aus „Mobilen Raumeinheiten“, sprich großen modernen Containern entstehen. Sie werden allerdings nicht wie bei der Interimsschule gemietet, sondern gekauft. Auch hier könnten drei zusätzliche Klassenzimmer und ein Mehrzweckraum entstehen. Das Haus entspräche heutigen Normen. Fertigstellung wäre ebenfalls 2024. Während der Bauzeit könnten die Kinder weiter im Schulgebäude an der Heidestraße lernen. Nach dem Umzug soll das „alte“ Schulhaus zum Hort und zur Kita umgestaltet werden. Fertigstellung: frühestens 2025. Ein Nachteil wäre, dass dann Schule und Hort räumlich getrennt sind, wenn auch nicht über große Entfernung. Rund 15 Millionen Euro soll diese Variante kosten.

Variante 4: Hort und Kita sollen in jetziges Schulhaus ziehen

Vorschlag vier sieht den Neubau eines Schulgebäudes an der Heidestraße vor. Das alte Schulgebäude soll für Hort und Kita umgebaut werden. Die Vorteile sind auch hier, dass sich alle drei Einrichtungen auf einem Grundstück befinden. Im neuen Schulgebäude könnten drei zusätzliche Klassenräume und ein Mehrzweckraum entstehen. Das Haus würde heutigen Normen entsprechen. Fertigstellung wäre ebenfalls 2024 für die neue  Schule. Das „alte“ Schulhaus wäre dann frühestens 2025 für die Hort- und Kitakinder nutzbar. Dieses Projekt kostet nach den Berechnungen der Planer 16,9 Millionen Euro.

Bei den Varianten zwei bis vier ist noch unklar, in welcher Höhe Fördermittel fließen. Sie müssten erst beantragt werden. Mit einem Bescheid wird erst 2022 gerechnet. Für Variante eins liegt die Zusage schon vor.

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