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Evangelische Oberschule ist vom Tisch

Der Antrag für die Bildungseinrichtung in Neustadt wurde zurückgezogen. Die Initiatoren sehen aber eine große Nachfrage.

Als Domizil für eine Oberschule nicht geeignet: Das alte Gebäude der evangelischen Grundschule Langburkersdorf.
Als Domizil für eine Oberschule nicht geeignet: Das alte Gebäude der evangelischen Grundschule Langburkersdorf. © Steffen Unger

Bereits Ende November 2019 hat der Evangelische Schulverein Sächsische Schweiz beim Landesamt für Schule und Bildung den Antrag auf Errichtung einer evangelischen Oberschule eingereicht. Losgehen sollte es zum Schuljahr 2020/21. Wie jetzt bekannt wurde, hat aber der Schulverein seinen Antrag wieder zurückgezogen. Der Chef des Schulvereins, Pfarrer Sören Schellenberger, sagt: "Coronabedingt haben wir uns entschieden, das Projekt zu stoppen. Die Wirtschaftlichkeit ist einfach derzeit nicht gegeben", begründet er. Potenzielle Sponsoren wüssten nicht, wie sich die finanzielle Situation ihrer Unternehmen durch die derzeitige Situation entwickelt und könnten keine Zusagen machen.

"Offenkundig gibt es aber eine große Nachfrage seitens vieler Eltern, auch aus Sebnitz, Bischofswerda und Stolpen für eine evangelische Oberschule mit gymnasialer Anbindung", betont der Neustädter Pfarrer und fügt hinzu: "Wir müssen die Rahmenbedingungen wie Standort und Finanzierung unter den Bedingungen nach Corona sorgfältig prüfen.“ 

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Dabei sei Realismus gefragt, aber auch der Mut zu neuen Wegen, erklärt der Schulvereinsvorsitzende weiter: „Bildung ist Zukunft. Und Neustadt braucht Zukunft. Vielleicht gelingt es uns mittelfristig, in einer Art Neustädter Bildungscampus verschiedene Angebote sinnvoll miteinander zu verbinden. Bildung ist ein wichtiger Standortfaktor und innovative Bildungsangebote können den Unterschied zu Nachbarregionen machen. Warum sollen wir in Neustadt nicht neue Wege gehen?“ Das bisherige Schulgebäude der Evangelischen Grundschule Hohwald scheint jedenfalls für ein solch großes Projekt ungeeignet zu sein.

"Das Langburkersdorfer Schulgebäude hat Geschichte und Charme. Auch deshalb haben wir uns 2007 für diesen Standort entschieden. Für unsere Evangelische Grundschule ist es optimal, für eine weiterführende Schule mit gymnasialem Oberbau aber deutlich zu klein“, sagt Schellenberger.

Kommt wieder Bewegung in das Projekt?

Im Herbst soll die Ausgangslage noch mal geprüft werden, dann werden gegebenenfalls weitere Schritte folgen. 

Für die Gründung einer Schule in freier Trägerschaft muss ein pädagogisches Konzept vorgelegt werden, aus welchem ersichtlich ist, dass die Kinder einen gleichwertigen Abschluss wie an einer staatlichen Schule erhalten können. Zweitens muss der Nachweis über geeignete Pädagogen erbracht werden. Drittens muss das finanzielle Konzept stehen und viertens muss ein Schulgebäude vorhanden sein, das in allen Punkten der aktuellen sächsischen Schulbaurichtline entspricht.

In Neustadt gibt es bereits mit der Friedrich-Schiller-Schule eine staatliche Oberschule. Für Schulleiter Klaus Anders besteht auch kein Bedarf an einer zweiten weiterführenden Schule: " In unserem großzügigen Schulgebäude könnten wir weitere 100 Schüler aufnehmen. Wir sind eine anerkannte und beliebte Oberschule. Das zeigen die jährlichen Anmeldezahlen. Übergänger von der evangelischen Grundschule nach Klasse 4 kommen in der Regel gut klar bei uns", sagt Anders.

Hingegen würden die Eltern der Grundschüler an der Evangelischen Grundschule Hohwald sich wünschen, dass die Kinder bis zur 10. Klasse zusammenbleiben können. Zudem lege man viel Wert auf das soziale Miteinander, das Erlernen von Empathie. Gruppen- und Partnerarbeit sollten auch in der höheren Schule möglich sein sowie Projektunterricht, Lernwerkstätten und fächerübergreifendes Arbeiten.

In der Evangelischen Grundschule Hohwald wurden für das kommende Schuljahr 20 neue Kinder angemeldet. Hinzu kommen zwei neue Lehrerinnen. "Das Interesse an der Art Bildung in unserer Region ist auf jeden Fall da", sagt Pfarrer Schellenberger.

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