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Kommt die Oberschule nach Baruth?

Der Malschwitzer Bürgermeister drängt auf eine Lösung. Doch die Entscheidung liegt bei den Kreisräten.

© Uwe Soeder

Von Kerstin Fiedler

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Der Malschwitzer Bürgermeister Matthias Seidel (CDU) macht jetzt Druck. Seit fast drei Jahren ist im Gespräch, den Standort der Oberschule (vorher Mittelschule) von Malschwitz nach Baruth zu verlegen, um dann im Gegenzug die jetzige Grundschule aus Baruth in Malschwitz zu etablieren. Die soll dann für alle Kinder im Gemeindegebiet reichen, Guttau wäre dann ein Auslaufmodell als Grundschule. Da aber die Finanzierung des Umbaus in Baruth immer noch nicht geklärt und außerdem noch immer kein Kreistagsbeschluss zur Übernahme der Schule gefasst ist, stagniert die Entwicklung. Heute treffen sich die Bürgermeister der umliegenden Gemeinden zu einem Gespräch. Die SZ stellt einzelne Meinungen dar.

© Grafik: Romy Thiel

Malschwitz: Endlich entscheiden, damit die Gemeinde Bescheid weiß

Matthias Seidel ist ziemlich sauer. „Der Kreis ist damals auf uns zugekommen, nicht andersherum“, sagt er und kann nicht verstehen, warum die Entscheidung so lange hinausgezögert wird. Es gab bereits Besichtigungen der Standorte Baruth und Malschwitz. Auch die durch den Kreis Bautzen sanierte Schule in Lohsa wurde besichtigt. Dorthin gehen 250 Schüler, in Malschwitz ist die Kapazitätsgrenze mit über 330 Schülern erreicht. Auf der Tagesordnung des nächsten Kultur- und Bildungsausschusses sollte das Thema stehen, um es laut Pressestelle des Landkreises für den nächsten Kreistag am 2. März vorzubereiten. Nun wird es erst im Mai auf der Tagesordnung stehen, erfuhr Matthias Seidel gestern vom zuständigen Beigeordneten Steffen Domschke. Erst dann soll es eine Grundsatzentscheidung zur Fortsetzung des Vorhabens geben.

Wenn die Entscheidung gegen eine Übernahme des Kreises fällt, wird die Gemeinde Malschwitz alles so beibehalten. In der Grundschule Baruth muss dann weiter investiert werden, um sie zum Beispiel brandschutztechnisch auf den neuesten Stand zu bringen. Die Toiletten werden schon 2015 in den Haushalt kommen. Wie lange es die Grundschule Guttau dann noch gibt, hängt von den Schülerzahlen ab.

Großdubrau: Gut für freie Mittelschule, weitere Wege für Schüler nach Baruth

Der Großdubrauer Bürgermeister Siegfried Schuster (Unabhängige Wählervereinigung) hält sich leicht bedeckt. Auf der einen Seite wäre die Verlegung nach Baruth gut für die Freie Mittelschule in Großdubrau, weil dort dann vielleicht mehr Schüler kämen. Auf der anderen Seite wären es weitere Wege für die Schüler seiner Gemeinde, die zurzeit die staatliche Mittelschule in Malschwitz besuchen. Er macht seine Entscheidung auch von der Entwicklung im Regionalplan abhängig. Wenn Malschwitz mit in den grundzentralen Verbund mit Großdubrau und Radibor kommt, müsste man auch andere Punkte der Zusammenarbeit mit betrachten. „Ich denke aber, dass viele Punkte erst mein Nachfolger angehen muss“, so Siegfried Schuster. Klar sei, dass man im Nordosten von Bautzen ein starkes Gegengewicht zur Spreestadt schaffen müsse.

Radibor: Gegen die Übergabe an Kreis, weil sonst alle Geld geben müssen

Vinzenz Baberschke (CDU), Bürgermeister von Radibor, ist sich uneins. Auf der einen Seite steht die Frage, ob bei der Übernahme der Schule durch den Kreis alle Gemeinden den Umbau dann über die Kreisumlage mitfinanzieren. „Wie soll ich das meinen Gemeinderäten erklären, wo wir doch bei der Sanierung unserer Schule viel investiert haben“, sagt er. Fast zu viel, denn auch das sei ein Grund, warum Radibor jetzt in der Konsolidierung stecke. Er will das heutige Gespräch abwarten und das Thema dann im Gemeinderat besprechen. „Ich denke, dass es sich der Kreis bei seiner derzeitigen Finanzsituation nicht leisten kann“, sagt Vinzenz Baberschke.

Kubschütz: Grundsätzlich vorstellbar, aber noch Gesprächsbedarf

Kubschütz sieht grundsätzlich eine Möglichkeit, die staatliche Oberschule nach Baruth zu verlegen. Auch gegen die Übergabe an den Landkreis hat Bürgermeister Olaf Reichert (parteilos) nichts. Immerhin sind es fast 50 Kinder, die dort aus seiner Gemeinde lernen – nach Malschwitz die größte Schüleranzahl. Allerdings sieht Reichert noch einen Gesprächsbedarf, vor allem was Ausstattung und Finanzen angeht.

Weißenberg: Freie Mittelschule ist wichtig - dafür hat keiner Geld gegeben

Für Michael Staude (parteilos) ist es wichtig, dass die freie Mittelschule in Weißenberg Bestand hat. Der Weißenberger Bürgermeister hat damals umsonst um die Fortführung der staatlichen Schule gekämpft. „Nur dank des Engagements vieler Bürger und Firmen haben wir nun die freie Schule“, sagt Staude. Er befürchtet, dass bei einer Übergabe der Malschwitzer Schule an den Kreis alle Kommunen für die Sanierung über die Kreisumlage zahlen werden. Das findet er nicht gerecht, ebenso wenig, dass der Kreis in der Region Kamenz Schulen finanziert. „Uns hat doch auch keiner Geld dazugegeben“, sagt er.

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