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Kommunen ärgern sich über die Sparkasse

Wirtschaft. Das neue Kreditinstitut will künftig mehr Mitsprache bei den Projekten, die es in den Städten und Gemeinden fördern wird.

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Von Sebastian Beutler

Das Buswartehäuschen in Drausendorf gäbe es nicht, die neuen Stühle im Ostritzer Ratssaal auch nicht. Und ob der Kretscham in Waltersdorf bereits so weit restauriert wäre, ist auch nicht ganz sicher. Doch dank der damaligen Kreissparkasse konnten sich die Gemeinden diese Anschaffungen oder Investitionen leisten.

Denn es gab zwischen den Städten und Dörfern im Kreis und der Sparkasse einen Sponsoringvertrag. Danach überwies das Kreditinstitut jährlich eine Stumme an die Kämmerer, die sich an der Einwohnerzahl orientierte.

Gründe für Verärgerung

Doch damit ist seit diesem Jahr Schluss. „Das ärgert uns sehr“, sagt Gemeinde-Sprecher Günter Paulik, Bürgermeister von Neusalza-Spremberg. „Das ist völlig unbefriedigend.“ Großschönaus Bürgermeister Frank Peuker fragt gar, worin sich denn noch die Sparkasse von anderen Geschäftsbanken unterscheide. Die Enttäuschung der Bürgermeister entlud sich zuletzt im Kreisverband des Sächsischen Städte- und Gemeindetages. Die Rathauschefs sind aus mehreren Gründen sauer:

Erst sanken nach der Fusion von Kreissparkasse Löbau-Zittau und Niederschlesischer Sparkasse zwischenzeitlich die Gewerbesteuereinnahmen;

Dann überraschte die Sparkasse einige Gemeinden mit der Absicht, Geldautomaten abzubauen;

Schließlich jetzt der Stopp der Sponsoringverträge;

Auch scheint der Gesprächsfaden zwischen der Sparkasse und den Bürgermeistern verloren gegangen zu sein: Das nächste Zusammentreffen findet erst im Februar statt.

Die Sparkasse sieht das naturgemäß völlig anders. „Wir setzen die Förderung fort“, sagt Sprecherin Katrin Sumpf. „Aber wir beenden die Verteilung nach dem ,Gießkannenprinzip‘“. Das wolle auch der Verwaltungsrat der Kasse so. Stattdessen können die Gemeinden Projekte einreichen, anschließend entscheidet die Sparkasse, ob sie die Vorhaben unterstützt. „Die Gemeinden sind genauso ein Antragsteller wie die Vereine.“ Diese Regelung gilt jetzt auch für die Städte und Gemeinden im NOL-Kreis, die bislang nicht in der Art wie die Kommunen im Süden des Sparkassengebietes von der Ertragsstärke ihrer Kasse profitierten.

Sparkasse wehrt sich

Die Sparkasse wehrt sich gegen den Vorwurf, ihrem öffentlichen Auftrag nicht nachzukommen. So unterstützte sie in den vergangenen Jahren gemeinnützige Projekte mit über drei Millionen Euro. Und das Vermögen der Sparkassenstiftung zur Förderung von Projekten auf den Feldern der Kunst, Kultur und des Sports wurde im Zuge der Fusion um 500 000 auf eine Million Euro erhöht. Folge: „Es kann mehr ausgeschüttet werden“, sagt Katrin Sumpf. Einige Städte im Landkreis haben nun bereits ihr Projekt eingereicht. Zittau beispielsweise das Stadtbad.Auf ein Wort