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Riesa

Kommunismus-Vorwurf gegen Mackenroth

Der CDU-Politiker hatte Linken-Promi Gregor Gysi eingeladen. Das sorgt im Stadtverband der CDU für heftigen Streit.

Geert Mackenroth: Ich würde die Talkrunde
mit Gysi wieder so machen.
Geert Mackenroth: Ich würde die Talkrunde mit Gysi wieder so machen. © Ronald Bonß

Riesa.  Es war eine der best besuchten Veranstaltungen aus der Talkreihe Geert Mackenroths in Riesa: 300 Menschen waren im Olympia, als der CDU-Politiker den von ihm eingeladenen Gregor Gysi empfing. Anderthalb Wochen später hat das Gastspiel des Linken-Promis ein Nachspiel. Ralf Kregel vom Vorstand des Riesaer CDU-Stadtverbands hat einen geharnischten Brief an den CDU-Landeschef Michael Kretschmer geschrieben. „Kommunistische Umtriebe des Herrn Mackenroth“ lautet die Überschrift des Schreibens.

Demnach habe Mackenroth Gysi ein Podium gegeben – und so Wahlkampfhilfe für die Linken geleistet. „Wie anders sollen die Riesaer eine solche Veranstaltung vier Wochen vor der Wahl verstehen?“ Die CDU dürfe sich niemandem anbiedern, der schon „Vertreter des verbrecherischen SED-Regimes“ war. Öffentlich habe Mackenroth geradezu gehuldigt. „Mackenroth hofiert in bester Blockflötenmanier einen Herrn Gysi. Dies ist ein Schlag ins Gesicht aller Opfer des DDR-Regimes.“

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Ralf Kregel: Mackenroth hofiert
in bester Blockflötenmanier
einen Herrn Gysi.
Ralf Kregel: Mackenroth hofiert in bester Blockflötenmanier einen Herrn Gysi. © privat

Mackenroth selbst hat kein Verständnis für die Vorwürfe. Man könne auch mit dem politischen Gegner reden. Zudem habe er die Veranstaltung wochenlang vorher angekündigt, ohne dass von Kregel Kritik gekommen sei. „Ich würde die Talkrunde mit Gysi wieder so machen.“ Riesas CDU-Chef Thomas Gallitzdorfer bestätigt, dass über die Veranstaltung gesprochen worden sei. Lediglich von anderen Mitgliedern sei der Einwand gekommen, ob der Zeitpunkt der richtige sei. An der Talkrunde selbst sei nichts auszusetzen. „Da waren mit mir mehrere CDU-Mitglieder vor Ort – von keinem habe ich Kritik gehört.“ CDU-Generalsekretär Alexander Dierks verweist darauf, dass Mackenroth seine Veranstaltungsreihe eigenverantwortlich organisiere. Solche Veranstaltungen böten Gelegenheit, zu zeigen, wo sich Parteien und Personen in ihren Lösungsansätzen unterscheiden. In der Riesaer CDU vermutet man, dass der Brief mit der jüngsten Nominierung für die Landtagswahl zu tun haben könnte: Da hatte sich Mackenroth gegen Markus Mütsch und Ralf Kregel durchgesetzt.