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Komponist reist aus Amerika an

Generalmusikdirektor Jan Michael Horstmann ist stolz darauf, dass die Mittelsächsischen Philharmonie unter seiner Leitung ein Jubiläum feiert: die zehnte Uraufführung eines Musikwerkes. „Meine Kollegen...

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Von Gabriele Gelbrich

Generalmusikdirektor Jan Michael Horstmann ist stolz darauf, dass die Mittelsächsischen Philharmonie unter seiner Leitung ein Jubiläum feiert: die zehnte Uraufführung eines Musikwerkes. „Meine Kollegen sind immer erstaunt, wenn ich ihnen berichte, dass hier bei uns schon so viele Uraufführungen stattgefunden haben“, sagte Jan Michael Horstmann.

Am Freitagabend erklang zum ersten Mal die „Symphonie Nr. 1“ des amerikanischen Komponisten Jason Haney in der Öffentlichkeit. Der Musiker war aus diesem Anlass extra über den großen Teich nach Mittelsachsen gereist, um am Freitag auch im Döbelner Theater seine Sinfonie und ein durch und durch amerikanisches Konzert erleben zu können. In die Musikgeschichte wird allerdings Freiberg als Ort der Uraufführung eingehen, denn dort erklang es einen Abend zuvor zum allerersten Mal.

Das Döbelner Publikum war ob der modernen Klänge begeistert. Hätte sich ein von moderner Musik völlig unbeleckter Zuhörer unter das Publikum gemischt, dann hätte er vermutlich gerade im ersten Teil – dem Maestoso – stellenweise vermutet, dass das Orchester gerade seine Instrumente stimmt und noch nicht spielt. Aber Horstmann hat im Laufe der Zeit das Döbelner Publikum immer wieder mit moderner Musik konfrontiert und das musikalische Gehör geschult, so dass wohl die meisten Zuhörer Zugang zu den zeitgenössischen Klangfarben fanden. Im zweiten Teil – dem Vivace – in dem immer stärker jazzige Melodien zu vernehmen waren und die vier Schlagzeuger und stimmgewaltigen Blechbläser mit viel Leidenschaftlichkeit spielten und dem Stück eine kräftige Farbigkeit verliehen, spätestens an dieser Stelle hatten die Musiker das Publikum für sich und das Werk gewonnen. Viel Applaus gab es am Ende für den Komponisten aus Übersee und die mittelsächsischen Musiker.

Zum Auftakt des Konzertes stimmte Horstmann das Publikum mit „Quiet City“ von Aaron Coplan auf den amerikanische Abend ein. Hier glänzte Carol Fatyol mit seinem Trompetenspiel. Mit ihrer Interpretation vermochten es die Musiker, das Bild einer in den Nachtschlaf versinkende Großstadt vor dem inneren Auge des Publikums entstehen zu lassen.

Und zum Abschluss - amerikanischer geht’s nimmer - erklang Leonard Bernsteins Sinfonie Nr. 2. Als Solistin spielte die junge Pianistin Elisaveta Blumina. Als Noten-Wender für die Virtuosin hatte sich ganz spontan der amerikanische Komponist Jason Haney bereit erklärt. „Das hat es sicher noch nie gegeben“, freute sich Christine Klecker, Geschäftsführerin des Theaters, über die unkomplizierte Art des Amerikaners.