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Kompostierungsanlage wieder geöffnet

Anstehen und lange Wartezeiten blieben in Weißwasser aus. Dennoch kamen am ersten Tag der Wiedereröffnung mehr Kunden als normalerweise.

Seit gestern ist die Kompostierungsanlage der NEG in Weißwasser für Privatkunden wieder zu den regulären Zeiten geöffnet. Viele Bürger nutzten gleich die Chance.
Seit gestern ist die Kompostierungsanlage der NEG in Weißwasser für Privatkunden wieder zu den regulären Zeiten geöffnet. Viele Bürger nutzten gleich die Chance. © Sabine Larbig

Fast im Minutentakt fuhren gestern Vormittag mit Sperrmüll oder Rasenschnitt beladene Pkw oder Autos mit Anhängern auf dem Wertstoffhof in Weißwasser vor. Auch zahlreiche Firmenfahrzeuge rollten an, um beispielsweise Verpackungsmaterial von Baustellen zu entsorgen. In den letzten drei Wochen war dies nicht möglich. Die Anlage der Niederschlesischen Entsorgungsgesellschaft (NEG) hatte geschlossen, um Ansteckungen mit dem Coronavirus zu vermeiden. Für Privatkunden waren der Erwerb von Rindenmulch, Kompost und Komposterde dadurch ebenso unmöglich wie die Abgabe von Laub und Rasenschnitt oder Sperrmüll aus Gärten und Haushalten.

Große und lange Warteschlangen bildeten sich gestern dennoch nicht an der Kompostierungsanlage. Von der Waage über die Bezahlung bis hin zur Entladung sowie dem Einkauf von Rindenmilch und Erde ging alles zügig und ohne fast Wartezeiten.„Es ist schön, dass das Leben schrittweise wieder normal wird“, bekennt eine Weißwasseranerin, die den Vormittag nutzte, um an ihrem freien Tag den Rasenschnitt der letzten Wochen zur Deponie zu bringen. „Es war kein Drama, dass die Anlage einige Zeit zu war. Man kann sich ja Laub und Grünschnitt, wenn man keine Biotonne hat, in Säcken hinstellen und alles wegbringen, wenn es wieder geht. So wie jetzt“, erzählt sie.

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Auch Robert Schirrock war am ersten Tag nach der Schließzeit auf der Deponie, um dort etwas Sperrmüll abzugeben. „Es war nicht sehr dringend. Aber ich hatte in den letzten Wochen im Garten und zu Hause etwas aufgeräumt. Dabei sammelte sich einiges an. Als ich erfuhr, dass die Deponie wieder auf hat, wollte ich die Möglichkeit zur Entsorgung gleich nutzen.“

Obwohl der Kundenansturm ausblieb, registrierten die Mitarbeiter an der Annahme schon gegen Mittag etwa 50 Privatkunden. So viele kommen normalerweise an einem ganzen Tag. „Wir hatten mit mehr gerechnet. Doch es lief ganz normal an. In den nächsten Tagen kann das schon anders sein, wenn sich überall rumgesprochen hat, dass wir wieder offen haben. Heute hatte ich nämlich noch viele Anrufe von Bürgern, die fragten, ob die Deponie wirklich wieder auf ist“, erzählt Sven Baumgärtner, Leiter der Kompostierungsanlage in Weißwasser.

Für ihn und seine Mitarbeiter gab es während der Schließzeit kaum Ruhe. Schließlich lief die Müllabfuhr inklusive Sperrmüll und Biotonne in der Region wie gewohnt weiter. „Das bedeutete, dass die Fahrzeuge der NEG und des Ravon weiter auf den Hof kamen und abluden. Dadurch war immer jemand auf der Anlage.“ Und man habe, so Baumgärtner weiter, die dreiwöchige Schließung für andere wichtige Arbeiten genutzt. „Wir konnten in der Zeit beispielsweise zwei große Kompostmieten absieben, deren Erde nun an die Kunden verkauft werden kann.“

Der Zeitpunkt dafür ist ideal. Auf Grund der bisherigen Witterung waren Kompost, Rindenmulch und Komposterde bei den Kleingärtnern noch nicht so gefragt, wodurch sich die zeitweise Deponieschließung kaum auswirkte. Nun, da die Temperaturen steigen, die Pflanzzeit begonnen und die Kompostierungsanlage wieder täglich geöffnet hat, vermutet Baumgärtner ein rasches Ansteigen der Nachfrage. „Deshalb ist es gut, dass wir rechtzeitig die Mieten absieben konnten“, meint er.

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