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Konditormeisterin will Traditionscafé weiterführen

Elise Weber bestand mit Erfolg die Meisterprüfung. Damit können nun neue Pläne umgesetzt werden.

© SZ Thomas Eichler

Von Jan Lange

Vor ihrer Meisterprüfung ist Elise Weber ganz schön nervös gewesen. „Ich hatte großes Lampenfieber“, erzählt die 24-Jährige. Aber nicht etwa, weil sie Angst hatte, durchzufallen, sondern weil sie die Prüfung besonders gut bestehen wollte. Sie hat es geschafft. „Ich bin sehr zufrieden, es ist alles gelungen“, sagt die frischgebackene Konditormeisterin. Und bei der Prüfung musste sie unter anderem ein Zucker-schaustück, süße Törtchen, Marzipanfiguren, verschiedene Pralinen, Gebäck, Eis und Plunderstücke anfertigen.

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Alle ihre Leckereien hatte sie unter das Thema „Oberlausitz – Wo die Spree entspringt“ gestellt. Es war bewusst gewählt, denn Elise Weber ist sehr heimatverbunden. Und deshalb stand für sie immer fest, einmal das „Café Weber“ in der Reichenberger Straße in Zittau weiterzuführen. Ihre Mutter Katrin übernahm das traditionsreiche Café, das es seit 1955 gibt, vor acht Jahren von Klaus und Sieglinde Weber. Trotz des gleichen Familiennamens ist die heutige Chefin nicht mit den Vorbesitzern verwandt.

Katrin Webers erster Lehrling war die eigene Tochter, die hier von 2006 bis 2009 den Beruf des Konditors erlernte. Schon damals wollte Elise Weber den Meistertitel machen. Bis es endlich so weit war, vergingen allerdings noch ein paar Jahre. Ende 2012 startete sie dann die ersten Kurse bei der Handwerkskammer. Die Fachtheorie und die Fachpraxis absolvierte sie aber erst jetzt – in Berlin und noch dazu innerhalb von acht Wochen. „In Dresden werden keine Konditormeister ausgebildet“, erklärt die 24-Jährige. Und nach Chemnitz und Leipzig wollte sie nicht gehen, da dort die Durchfallerquote sehr hoch sei. In der Hauptstadt war sie nicht die einzige Auswärtige, den Schnellkurs in Berlin besuchten auch Konditoren aus dem Schwarzwald, dem Allgäu und Regensburg.

In der südlichen Oberlausitz gibt es nicht mehr allzu viele Konditorenmeister – ganz im Gegensatz zu Bäckermeistern. Nur in Ostritz, Seifhennersdorf, Großschönau und eben in Zittau findet man sie noch. Doch nicht überall gibt es Nachwuchs, sodass die Zahl der Konditorenmeister in den kommenden Jahren wahrscheinlich weiter zurückgehen wird. Umso glücklicher ist Katrin Weber, dass die Zukunft vom „Café Weber“ gesichert ist.

Mit dieser Sicherheit im Rücken können die Webers nun neue Pläne realisieren. So soll im Oberland eine Filiale des Zittauer Cafés eröffnet werden. Katrin Weber kommt selbst aus Ebersbach. Ob aber die Filiale in Ebersbach oder in Neugersdorf eingerichtet wird, steht noch nicht fest. Die Webers sind momentan noch auf der Suche nach einem passenden Objekt. Bis Ende des Jahres soll die Suche abgeschlossen und das neue Café eröffnet sein. Elise Weber wird dann abwechselnd in Zittau und in der Oberland-Filiale die Gäste bedienen.

Auch für das Café in Zittau gibt es Pläne, es soll ein bisschen umgestaltet werden. Dieses Vorhaben liegt momentan aber auf Eis – schuld daran ist das geplante Fachmarktzentrum auf der Neustadt. Nach den bisher bekannten Plänen soll das Center direkt an das „Café Weber“ angrenzen. Verschönerungsmaßnahmen im Café würden durch die Center-Bauarbeiten ganz schnell wieder zunichtegemacht. Deshalb warten die Webers erst ab, wie es mit dem Center weitergeht und werden dann neu entscheiden, ob sie ihr Café umgestalten. „Erst einmal bleibt es so klein und gemütlich wie jetzt“, sagt Elise Weber.

Die ein oder andere Idee aus ihrer Meisterausbildung will sie aber schon umsetzen. So hat sie eine Menge neuer Rezepte mitgebracht, die nun umgesetzt werden sollen. Auch neue Produkte will sie einsetzen und den Snack-Bereich erneuern. Darüber hinaus will sie ab Herbst Kurse für die Kunden anbieten, in denen diese zum Beispiel lernen können, wie man Desserts oder Pralinen macht. Und auch das wird die 24-Jährige mit dem höchstmöglichen Anspruch tun.