merken
PLUS

Dynamo

„Ich weiß, dass Dynamo mich braucht“

Moussa Koné hat eine schwere Zeit in Dresden durchgemacht. Jetzt trifft er öfter denn je. Wie er das Comeback geschafft hat – ein exklusives Interview.

Moussa Koné und Dynamo – das passt derzeit so gut wie nie. Foto:
Moussa Koné und Dynamo – das passt derzeit so gut wie nie. Foto: © Thomas Kretschel

In einem seiner seltenen Interviews spricht Moussa Koné über seinen plötzlichen Formanstieg, einen besonderen Torrekord für Dynamo und erstmals auch über die Zeit vor gut zwei Monaten, als ihn Trainer Cristian Fiel nicht mal mehr auf der Reservebank haben wollte.

Moussa, kennen Sie Mickael Poté?

Gesund und Fit
Gesund und Fit

Immer gerne informiert? Nützliche Informationen und Wissenswertes rund um das Thema Gesundheit haben wir in unserer Themenwelt zusammengefasst.

Ich habe mit ihm mal telefoniert. Aber das ist schon lange her. Jetzt haben wir keinen Kontakt mehr.

Wissen Sie, was Sie mit ihm verbindet?

Ja, ich habe genau so viele Tore für Dynamo in der zweiten Liga erzielt wie er.

So ist es. Der Führungstreffer in Aue war Ihr 21. Tor, öfter hat bislang keiner in Liga zwei für Dynamo getroffen. Nur dass Poté dafür 83 Einsätze gebraucht hat – und Sie 49 Spiele. Freuen Sie sich über den Rekord?

Natürlich freue ich mich. Der Rekord ist eine Extra-Motivation gewesen. Doch jetzt muss ich weiter arbeiten und konzentriert bleiben, denn ich will noch viele Tore für Dynamo schießen.

Das Tor gegen Aue war für Sie persönlich der vierte Treffer in Folge und insgesamt der fünfte in dieser Saison. Haben Sie eine Erklärung, warum es plötzlich wieder so gut läuft?

Das ist schön für mich und wichtig für die Mannschaft. Aber wie ich gerade gesagt habe: Ich muss jeden Tag im Training arbeiten, und wir müssen als Mannschaft gut zusammenarbeiten. Dann, das hat der Trainer mir schon vor ein paar Wochen gesagt, kommen die Tore von ganz allein. Und so war es ja auch. Meine Tore zuletzt gegen Regensburg und Aue waren super vorbereitet, da musste ich den Ball nur noch über die Linie schieben.

Sie sprechen immer wieder von Arbeiten. Reicht das allein als Erklärung aus? Am dritten und vierten Spieltag gehörten Sie schließlich nicht mal mehr zum Kader.

Meine Meinung ist: ja. Meine Form kommt langsam zurück. Ich habe in den letzten drei Wochen viel getan und auch privat an meiner Schnelligkeit gearbeitet. Jeder Tag war wichtig für mich, ich habe mich immer wieder selbst motiviert. Nur das war in meinem Kopf. Ich hatte dabei auch große Unterstützung vom Verein und von der Mannschaft. Ralf und Kristian (er meint Sportchef Minge und Chefscout Walter, Anm. des Autors) haben mir gesagt, dass ich nicht aufgeben soll, der Trainer auch. Ich soll nur arbeiten, der Rest ist nicht wichtig.

Was waren Ihre Gedanken, als Sie im August, also noch während der Transferzeit, nicht im Kader standen?

Das liegt hinter mir, zurückblicken bringt mich nicht weiter. Ich weiß, dass Dynamo mich braucht. Das haben Ralf, Kristian und auch der Trainer im Sommer mir gegenüber immer wieder betont. Dass ich die zwei Spiele nicht dabei war, hat mich nur noch mehr motiviert. Jetzt werde ich dafür belohnt. Es war keine leichte Zeit, aber ich habe nie aufgegeben.

Waren Sie sauer auf den Trainer?

Nein, nie. Das war eine Motivation. Er hat gesagt, er setzt auf meine Qualitäten. Doch dafür muss ich arbeiten. Ich habe mich bei ihm bedankt.

Ihre Form sowie auch die Verletzung von Alexander Jeremejeff sprechen dafür, dass Sie auch am Samstag gegen Hannover in der Startelf stehen. Schießen Sie dann in Ihrem 50. Zweitligaspiel den 22. Treffer?

Ich hoffe es. Doch das ist gar nicht so wichtig. Drei Punkte sind viel wichtiger. Wenn ich ein Tor schieße und wir verlieren wie in Aue – das ist kein gutes Gefühl. Ich schieße wirklich gerne Tore, aber ein Sieg ist immer besser.

In Ihrer Anfangszeit in Dresden und auch am Saisonbeginn spielte Dynamo oft mit einem Stürmer, zuletzt stellte der Trainer das System auf zwei Angreifer um. Was ist Ihnen denn lieber?

Ich finde es mit zwei Stürmern besser, aber ich bin auch erfolgreich, wenn ich allein in der Spitze spiele. Mir ist es also egal, am Ende entscheidet der Trainer.

Wir haben über den Torrekord gesprochen, den Sie schon bald allein für sich haben dürften. Was sind Ihre Ziele darüber hinaus?

Meine Ziele sind ganz einfach: Ich will viele Tore machen für mich und für die Mannschaft. 21 Tore sind schön, aber ich will noch mehr.

Das Interview führte Tino Meyer.

Weiterführende Artikel

Koné ist jetzt Dynamos Rekordtorschütze

Koné ist jetzt Dynamos Rekordtorschütze

13 Tore haben die Dresdner in dieser Saison erzielt, davon knapp die Hälfte allein der Senegalese. Sein Treffer in Stuttgart ist ein historisch wertvoller.

Dynamos Chefs sprechen Klartext mit Koné

Dynamos Chefs sprechen Klartext mit Koné

Zuletzt saß er nur noch auf der Tribüne, und trotzdem muss der Torjäger a.D. wohl in Dresden bleiben. Dafür stehen andere Stürmer kurz vorm Absprung.

Dynamos Torjäger räumt auf

Dynamos Torjäger räumt auf

Geht er? Und wenn ja, wohin? Moussa Koné sagt in seinem ersten Interview auf Deutsch, dass derzeit anderes wichtig ist. Der Verein ist dennoch vorbereitet.