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Konservativer auf linken Abwegen

Der griechische Politiker Panos Kammenos kämpft seit Jahren gegen die Sparpolitik. Nun wagt er ein riskantes Experiment.

© Reuters

Er ist Freund guter Küche, spricht fließend Französisch und fährt im Sommer gern per Yacht durch die Ägäis. Doch für derlei wird der Genussmensch Panos Kammenos künftig nur noch wenig Zeit haben. Denn als Juniorpartner des neuen griechischen Ministerpräsidenten Alexis Tsipras will er sein Land aus der Krise führen. Doch der Pakt mit dem Linksbündnis Syriza ist für den Chef der rechtspopulistischen Partei der Unabhängigen Griechen (Anexartitoi Ellines) ein gewagtes Experiment.

Beide Politiker eint der Widerstand gegen das Diktat aus Brüssel und Berlin. Kammenos, der das Verteidigungsressort übernimmt, machte sich einen Namen mit seinen emotional hoch aufgeladenen Reden im Athener Parlament. Mit rotem Kopf und hervortretenden Augen forderte der studierte Ökonom immer wieder ein Ende der Sparmaßnahmen, die die internationalen Geldgeber dem hoch verschuldeten Land verordnet hatten. Athen solle nichts an seine Gläubiger zahlen, die Bundesregierung stattdessen Reparationen für die deutsche Besatzung Griechenlands während des Zweiten Weltkriegs leisten, fordert der Spross einer reichen Athener Händlerfamilie.

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Kammenos ist ein Produkt der schweren Finanzkrise, die seit mehr als fünf Jahren auf Griechenland lastet. Der 49-Jährige hat es sich als Ziel gesetzt, sein Land von den „Besatzern“ – wie er die Kontrolleure der internationalen Geldgeber gern nennt – zu befreien. Um das zu erreichen, zögert er auch nicht, als Juniorpartner die Regierung des eigentlichen „Klassenfeindes“, des linken Politikers Alexis Tsipras, zu unterstützen. Der Chef des Linksbündnisses hatte die Wahl in Griechenland am Sonntag klar gewonnen und den Unabhängigen Griechen eine Regierungskoalition angeboten.

Kammenos startete seine politische Karriere als Mitglied der Parteijugend der konservativen Nea Dimokratia (ND). Er stieg in der Hierarchie schnell auf und schaffte mehrfach den Sprung ins Parlament. 2011, als die Finanzkrise in Griechenland ihren Höhepunkt erreichte und die Konservativen ein hartes Sparpaket verabschiedeten, verweigerte er seiner Partei die Gefolgschaft und wurde aus der ND ausgeschlossen. Ein Jahr später gründete er eine eigene Partei – die „Unabhängigen Griechen“, die rechts von der Nea Dimokratia steht. (dpa)