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Konsum ist jetzt Bowlingbahn

Nach mehreren Jahren ohne Gastronomie hat der Ort jetzt wieder einen Anlaufpunkt. Dort rollen auch Bälle.

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Von Susan Ehrlich

Anpacken und Handeln – das könnte das Lebensmotto von Karsten Jentsch sein. Und ein bisschen stimmt das sogar. Er habe bei einem Ausflug ins Erzgebirge den Spruch „Der Eine wartet, bis die Zeit sich wandelt, der Andere packt an und handelt“ gelesen. Und da sei der Groschen gefallen. Fortan begann er damit, sich einen lange gehegten Traum zu erfüllen – den von der eigenen Bowling-Bahn mit dazugehöriger Gaststube. Mit letzterer hat Großschweidnitz erstmals seit einigen Jahren wieder Gastronomie im Ort. Und die kommt bislang besser an als erwartet.

Karsten Jentsch, eigentlich aktiver Kegler, hat schon in den 80er Jahren das Bowling-Fieber gepackt. Seither träumt er von der eigenen Bowlinganlage. Nun hat er es geschafft. Im neuen Bowling-Zentrum ist auch eine Gaststätte zu finden. Es ist seit Jahren
Karsten Jentsch, eigentlich aktiver Kegler, hat schon in den 80er Jahren das Bowling-Fieber gepackt. Seither träumt er von der eigenen Bowlinganlage. Nun hat er es geschafft. Im neuen Bowling-Zentrum ist auch eine Gaststätte zu finden. Es ist seit Jahren

Als er am 1. März sein Bowling-Zentrum im Gebäude des früheren Konsums eröffnete, dauerte es nicht lange, bis sich das herumgesprochen hatte. „Bereits zu Ostern habe ich hier weit über 200 Essen gezählt, die serviert worden sind“, sagt Karsten Jentsch. Dabei fasst die kleine Gaststube nur etwa 20 Gäste. Doch die Plätze sind gut besetzt, zumal mehr als nur ein Imbissangebot bestellt werden kann. „Wir überlegen schon, die Speisekarte zu erweitern“, sagt der Inhaber. Zumindest Aktionswochen, wie eine zur Spargelzeit oder im Herbst mit bayrischen Spezialitäten, seien schon in Planung.

Einen jungen Mann hat Jentsch als Koch fest angestellt. „Der ist zwar Großschweidnitzer, wohnt aber noch in Bautzen“, so Jentsch. Doch nun wolle er in den Heimatort zurückkehren, da er hier Arbeit gefunden hat.

Die Idee mit der Bowling-Bahn geistert Karsten Jentsch, den viele noch aus seinem Lebensmittel- und Getränkeladen an gleicher Stelle kennen dürften, schon lange im Kopf herum. Schon in den 80er Jahren, als er in Berlin auf dem Bau arbeitete, sei er dort gerne Bowlen gewesen. Als er sich vor zehn, zwölf Jahren ein erstes Angebot für eine solche Bowlinganlage machen ließ, sei das eine „utopische Investitionssumme“ gewesen, erinnert er sich. Einen Teil des Gebäudes hatte er bereits 1994 erworben. In ihm waren unter anderem einmal die Gaststätte „Zur Erholung“ und ein Schuhladen untergebracht. Den Teil, in dem sich einst der Konsum befand, erwarb Jentsch erst 1998 dazu und unterhielt hier bis 2011 seinen Laden.

Nun hat der Großschweidnitzer seinen Traum doch wahr gemacht. Auf der Seite des früheren Konsums hat er angebaut und hier eine hochmoderne Bowlinganlage mit vier Bahnen in Wettkampflänge eingebaut. Und die werden bereits nach kurzer Zeit gut nachgefragt – vor allem an den Wochenenden. Etliche Vereine und andere Gruppen melden sich bei ihm an. „Sogar für die Weihnachtsfeiern liegen schon Buchungen vor“, sagt der Betreiber. Das Besondere ist, dass man über ein spezielles System die Rinnen der Bahnen hochfahren kann. „Für Kinder wird das Spiel dann nicht so langweilig, weil der Ball immer in der Bahn bleibt“, erklärt Jentsch.

Einige Male seien inzwischen auch Gruppen mit Patienten aus dem Fachkrankenhaus des Ortes schon hier gewesen. Ute Gawollek, Verwaltungsleiterin des Fachkrankenhauses, hat sich bei den jungen Patienten umgehört. „Sie sind bei uns auf der Jugendstation untergebracht und haben das neue Angebot im Ort genutzt“, sagt sie. Alle seien vom Ambiente und der Atmosphäre im Bowling-Zentrum angetan gewesen. „Nun wollen sie natürlich gerne wieder einmal hin“, so Frau Gawollek. „Es ist schön, dass es eine solche Initiative im Ort gibt und man auch gastronomisch wieder eine Anlaufstelle hat.“

Rund 200 000 Euro hat Karsten Jentsch in die Bowlingbahn nebst Gaststätte investiert. Viele Arbeiten hat er zusammen mit etlichen Helfern in dem etwa 450 Quadratmeter großen Areal mit neuen Toiletten und Lagerraum selbst erledigt. Und auch der Spruch vom Anpacken und Handeln ist hier zu finden. Um sein Bowling-Zentrum noch bekannter zu machen, lädt er mit seinem Team, zu dem neben dem Koch noch eine Aushilfskraft gehört, am 21. April zum Brunch mit Bowling und gemütlichem Speisen ein. Anmeldungen sind allerdings erforderlich.

Bowling-Zentrum Großschweidnitz, Ernst-Thälmann-Straße 54,  03585 4469552;

www.bowling-grossschweidnitz.de