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Kontinuität im Rathaus

Verena Hergenröder ist weiter Bürgermeisterin in Ebersbach-Neugersdorf. Sie ist verwundert über die Wahlbeteiligung.

© Matthias Weber

Von Gabriela Lachnit

Der Garten ruft

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Ebersbach-Neugersdorf. Die parteilose Verena Hergenröder (59) bleibt Bürgermeisterin in Ebersbach-Neugersdorf. Mit 2792 Stimmen setzte sie sich bei der Wahl am Sonntag gegenüber dem parteilosen Ebersbacher Martin Gommlich (33) durch. Er erreichte 1620 Stimmen. In zwei Wahlbezirken (1 und 2 in Ebersbach, Wahllokale in der Weberstraße 22 und in der Jahn-Grundschule) von insgesamt sieben hat Martin Gommlich die Mehrzahl der dort abgegeben Stimmen für sich verbuchen können. In den anderen Wahlbezirken hatte Verena Hergenröder die Nase vorn, zum Teil sehr deutlich.

Verwundert zeigte sich die Wahlgewinnerin über die Wahlbeteiligung. Sie betrug 43,11 Prozent. Es habe sie überrascht, wie die Auffassung der Bürger zur Kommunalwahl sei und dass von den Wahlberechtigten das Recht zum Mitbestimmen so wenig wahrgenommen worden ist. Der unterlegene Kandidat äußerte sich enttäuscht über die Wahlbeteiligung. Es sei kein deutlicher Wahlsieg der Amtsinhaberin, weil noch nicht einmal jeder zweite Ebersbach-Neugersdorfer überhaupt zur Wahl gegangen sei, wertet Gommlich.

Beide Kandidaten bedanken sich bei ihren Unterstützern. Verena Hergenröder ist ihren Wählern dankbar für den Auftrag, weiterhin Bürgermeisterin in der Spreequellstadt zu sein. Sie wertet das als Wertschätzung für ihre Arbeit in den letzten sieben Jahren und als Auftrag, weiterhin die Geschicke der Stadt zu leiten. Der Wahlsieg sei für sie ein Vertrauensbekenntnis. Gern stelle sie sich daher auch Neuem und ist motiviert, auch „mal um die Ecke zu denken“, wie sie sagt. Jetzt konzentriert sie sich weiter auf ein volles Programm, das ihre ganze Kraft braucht. Investitionen wie die Sanierung des Altbaus der Fichteschule in Neugersdorf und die Kommunalwahl im nächsten Jahr seien nur zwei von vielen Aufgaben, die zu bewältigen sind, sagt sie.

Martin Gommlich will sich nach der Wahlniederlage dennoch in der Spreequellstadt einbringen. Vor allem für den Tourismus will er sich einsetzen und etwas für das Gemeinwohl tun. Dabei stellt er sich Engagement für junge Menschen vor und denkt zum Beispiel an die Etablierung eines Musikfestivals in Ebersbach-Neugersdorf. Auch bei Vereinen will er sich einbringen und mithilfe von Sponsoren oder eigenem finanziellen Engagement etwas auf die Beine stellen. Die Kommunalwahl 2019 sei für ihn der nächste Anlaufpunkt, sich gesellschaftlich zu engagieren, betont er.

Als das Wahlergebnis am Sonntagabend im Rathaus in Ebersbach bekannt gegeben wurde, waren beide Kandidaten anwesend. Auch der komplette Wahlausschuss sowie einige Bürger hörten sich an, was Annegret Wünsche zu verkünden hatte. Sie ist die Vorsitzende des Gemeindewahlausschusses. Mehr als 70 Personen haben an der Vorbereitung und Durchführung der Bürgermeisterwahl mitgearbeitet, darunter Mitarbeiter der Verwaltung, Bürger und die Leute vom Bauhof. „Auf alle konnte ich mich verlassen. Es hat alles gut geklappt, es gab keine Probleme oder Störungen bei der Wahl“, informiert Annegret Wünsche. Besonders gefreut hatte sich Frau Wünsche über zwei ganz junge Frauen, die sich als Wahlhelfer beteiligt hatten und auch das nächste Mal dabei sein wollen. Dann kann auch jene junge Frau mitmachen, der das diesmal nicht erlaubt war: Sie war zum Wahlzeitpunkt noch keine 18 Jahre alt. Jetzt werden die Wahlergebnisse, Wahlunterlagen und das ganze Verfahren bei der Rechtsaufsichtsbehörde geprüft.