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Kontrolle des Fährseils zieht sich noch hin

Nach der Havarie mit einem Elbkahn liegt die Strehlaer Wagenfähreimmer noch still. Fußgänger und Radfahrer können aber übersetzen.

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Wer zu Pfingsten bei Strehla mit dem Auto auf die andere Elbseite übersetzen wollte, der musste immer noch den Umweg über Riesa in Kauf nehmen. Am Nachmittag des 29. April hatte sich das tschechische Gütermotorschiff „Labe 9“ im Gierseil der Wagenfähre verhakt.

Nach derartigen Unfällen muss das gesamte Fährseil auf Schäden überprüft werden. Durch die aufwendige Prozedur war der Elbübergang für Autos zwei Wochen lang passé. Die Passage von Lastkähnen ist normalerweise so geregelt, dass sich die Besatzungen über Funk mit dem Fährmann in Verbindung setzt. Der steuert dann die Lorenzkircher Elbseite an, wo das Seil befestigt ist. Entsprechende Zeichen am Elbufer weisen rechtzeitig auf diese Prozedur hin. Nach Aussage der tschechischen Schiffer wurde das auch versucht, es kam jedoch kein Kontakt zum Fährmann zu Stande. Die Wagenfähre lag zu diesem Zeitpunkt auf der Strehlaer Elbseite, so dass das Seil quer über dem Fluss lag.

„In solchen Fällen muss die Besatzung die Fahrt stoppen und den Anker werfen“, erklärt Obermeister Roland Günther von der Riesaer Wasserschutzpolizei. Da die Labe 9 stromab gefahren kam, war das kaum machbar, da die Strömung dem Schiff zusätzlichen Schub verlieh. Der Lastkahn überfuhr das Gierseil und blieb dabei mit dem Anker hängen. „Der Schaden hält sich Gott sei Dank in Grenzen“, sagt Strehlas Bürgermeister Andreas Haberland. Die Schuldfrage sei noch nicht eindeutig geklärt. Das Seil liegt durch den Zusammenstoß nun zu weit auf der Lorenzkircher Seite und muss gerückt werden. Das kann erst jetzt nach dem Feiertagswochenende in Angriff genommen werden. Der Übergang Fußgänger und Radfahrer ist aber gewährleistet. Wie gewohnt ist die Personenfähre „Nixe“ unterwegs (Kasten). (SZ/mm)