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Kontroverse um beleuchtete Katzenstufen

Ob ein Meißner Fußweg elektrisches Licht erhält oder nicht, sorgt im Internet und in Schreiben an die Redaktion für Diskussionen.

Erregungsweg - dass die Katzenstufen, die zum Meißner Stadtteil Proschwitz führen, beleuchtet werden sollen, halten die einen für Humbug, die anderen für lange überfällig.
Erregungsweg - dass die Katzenstufen, die zum Meißner Stadtteil Proschwitz führen, beleuchtet werden sollen, halten die einen für Humbug, die anderen für lange überfällig. © Claudia Hübschmann

Meißen. In seiner Sitzung am 22. April soll der Stadtrat 20.000 Euro für die Planung einer Beleuchtungsanlage für die sogenannten Katzenstufen - einen Fußweg, der hinter der EPT-Tankstelle an der Hafenstraße im Stadtteil Niederfähre/Vorbrücke beginnt und hinauf zum Stadtteil Proschwitz führt - bewilligen (SZ berichtete). 

Dazu äußern sich SZ-Leser auf Facebook. So schreibt etwa Katrin Markert. "Im Artikel steht, dass man nicht mal weiß, wie viele Schulkinder den Weg nutzen und die armen Winkwitzer sind die letzten Jahrhunderte alle gestorben, weil sie dort die Treppen runtergestürzt sind! Gibt's denn in Meißen keine echten Probleme?" 

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Hannelore Schneider fragt: "Seit wann gehen Kinder zur Schule die Katzenstufen lang ? Jetzt bringen sie doch die Eltern zur Schule." Das bekräftigt  Melanie Kunath. "Wir haben dort unseren Garten und ich habe dort noch nie ein Schulkind hoch oder runter gehen sehen, kann das Geld nicht sinnvoller genutzt werden?"

Zur Sinnhaftigkeit der geplanten Beleuchtung schreibt Oli Markert: "Man könnte dadurch natürlich auf einfache Art und Weise einige Baugrundstücke oberhalb der Weinberge durch diese von der Öffentlichkeit getragene Maßnahme ordentlich aufwerten. Davon würden alle profitieren: eine Familie monetär, alle anderen mit dazu gewonnenen (zwiespältigen) Erfahrungen. Und Eyk Schade fragt: "Ist das die nächste Bewerbung für den Schleudersachsen?"

Auf der Facebook-Seite von Martin Bahrmann, der den Antrag stellenden Großfraktion im Meißner Stadtrat vorsteht, fragt Jörg Zimmer: "Schulweg und Katzenstufen? Also alle die ich kenne, aus Winkwitz/Proschwitz sind durch den Heili in die Schule gelaufen." Dazu erklärt Martin Bahrmann, dass die Beschlussvorlage so angepasst worden ist, dass alle Verbindungswege zwischen Proschwitz und Meißen betrachtet werden sollen. "Das hat es nur nicht mehr in den Antrag geschafft." 

Auch Alexandra Prinzessin zur Lippe hat sich zum SZ-Artikel geäußert: "Keiner kann Ihnen in der Stadt Auskunft geben über die Zahl der Schulkinder in Proschwitz? Es wäre doch eine Kleinigkeit gewesen, sich in Proschwitz selbst ein Bild zu verschaffen. Mögliche Gesprächspartner sind ja glücklicherweise derzeit alle zu Hause und ansprechbar." 

Die  Katzenstufen würden nicht nur genutzt um zum Weingut Schloss Proschwitz zu kommen, viele ziehe es auch in das Proschwitzer Hof-Café, welches von Jeanette und Thomas Ender mit großem Engagement betrieben werde. "Leider gibt es tagsüber und abends keine Busverbindung in unser Dorf und auch nicht in der Nähe. Also können die Leute zu Fuß hierher kommen, mit dem Fahrrad oder müssen mit dem Auto fahren. Über die Katzenstufen ist es ein schöner Spaziergang, der nur wenig Zeit kostet."

Die erwähnte Jeanette Ender wandte sich in ihrer Eigenschaft als 1. Vorsitzende des Tourismusvereins Meissen in einem vierseitigen offenen Brief an die SZ-Redaktion. Sie schreibt: "Eine städtische, fußläufige Anbindung eines Stadtteils an den Rest der Stadt muss laut Gesetz zwingend beleuchtet sein, allein schon wegen der Unfallgefahr. Dies ist keine Möglichkeit, sondern eine zwingende Vorraussetzung! Und eben diese Voraussetzung ist nicht gegeben."

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Gerade in den dunkleren Jahreszeiten sei es, auf Grund der fehlenden Beleuchtung, für einen Fußgänger nicht mehr möglich, gefahrlos die restliche Stadt Meißen zu erreichen. Die Ortsteile Proschwitz, Winkwitz und Rottewitz seien 1994 nach Meißen eingemeindet worden. Damit seien auch die Verkehrssicherungspflicht und infrastrukturelle Aufgaben und Pflichten an Meißen übergegangen. "Das eigentliche Versäumnis liegt somit genaugenommen 26 Jahre zurück." 

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