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Kontroverse um den Zuzug von Asylbewerbern

Einwohner hätten sich mehr Mitsprache gewünscht. Nun fürchten sie Probleme. Es gibt aber auch Freiwillige, die den Zuzüglern helfen wollen.

Ebersbach-Neugersdorf. Nun steht es fest: Anfang Februar ziehen die ersten drei Asylbewerberfamilien in die Oberlandstadt. Daran ist nicht mehr zu rütteln. Genau das kritisierten viele Ebersbach-Neugersdorfer, die sich am Donnerstag zu Einwohnerversammlungen eingefunden hatten. Dazu hatte die Stadt eingeladen. Sie wollte ihre Bürger darüber informieren, was sie in den nächsten Wochen erwartet. Diese hätten aber gern früher ein Mitspracherecht gehabt. Man habe als Stadtverwaltung erst für sich selbst viele Fragen klären wollen, bevor man mit vagen Informationen an die Öffentlichkeit geht, begründete Bürgermeisterin Verena Hergenröder (parteilos) den Zeitpunkt der Informationsveranstaltungen. Einige Wortführer gingen sogar so weit, die Demokratie deshalb infrage zu stellen. Sie kritisierten vor allem auch die deutsche Asylpolitik im Allgemeinen.

Neben den Diskussionen ums große Ganze wurden aber auch konkrete Ängste geäußert. Zu den größten Befürchtungen gehört die, dass gewalttätige und kriminelle Ausländer in die Stadt ziehen, dass es Randale gibt. Der Landkreis versichert: Nur Familien, keinesfalls alleinstehende Männer kommen nach Ebersbach-Neugersdorf. Die Familien leben bereits in einem Heim, werden vom Kreis geprüft. „Nur wer unserer Meinung nach geeignet ist für die Unterbringung in einer Wohnung, kommt hierher“, sagt Elke Glowna vom Landkreis. Das bedeutet auch, dass die Asylbewerber bereit sein müssen, sich zu integrieren.

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Dabei soll ihnen eine Mitarbeiterin des Deutschen Roten Kreuzes Löbau helfen. Sie ist für die soziale Betreuung zuständig. Das heißt, sie erklärt den Neuankömmlingen, was sie zu beachten haben, zum Beispiel wie die Hausordnung funktioniert oder die Mülltrennung. Sie wird aber auch Ansprechpartnerin für die Einheimischen sein und wenn es nötig wird, auch Vermittlerin. Stadt- und Kreisverwaltung gehen davon aus, dass die neuen Mitbewohner wenig Probleme machen werden. Denn es handle sich um wenige Familien, die zudem verteilt leben. In Ebersbach-Neugersdorf stehen elf Wohnungen zur Verfügung. Sie werden nach Auskunft des Kreises mit kleinen Familien bis zu fünf Personen oder auch nur mit Ehepaaren belegt werden.

Neben aller Kritik signalisierten am Rande der Veranstaltungen auch Menschen, dass sie den Flüchtlingen gern helfen wollen und konkrete Aktionen planen, zum Beispiel ein Kinderfest. (SZ/rok)

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