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Konzert zum Gedenken an die Reichspogrom-Nacht in der Marienkirche

Großenhain. Der jüdische Pianist und Komponist Wladyslaw Szpilmann, der Hölle des Warschauer Ghettos entkommen, versucht, im Zwischenboden eines der wenigen unzerstörten Häuser in Warschau zu überleben.

Großenhain. Der jüdische Pianist und Komponist Wladyslaw Szpilmann, der Hölle des Warschauer Ghettos entkommen, versucht, im Zwischenboden eines der wenigen unzerstörten Häuser in Warschau zu überleben. Als er von einem Offizier der deutschen Wehrmacht entdeckt wird, erwartet er, erschossen zu werden. Doch der Deutsche Wilm Hosenfeld bringt dem Juden in sein Versteck Nahrung, eine Decke und einen Mantel. Und Szpilmann ist nicht der einzige Jude, dem Hosenfeld das Leben gerettet hat. – Als Szpilmann nach dem Krieg nach seinem Retter forscht, kommt er zu spät. Der Deutsche ist in sowjetische Gefangenschaft nach Stalingrad abtransportiert worden. „Der Offizier, der Szpilmann das Leben gerettet hatte, krepierte nach sieben Jahren Haft. In Gefangenschaft war er schwer gefoltert worden, weil sowjetische Offiziere die Aussagen über seine Judenrettereien für besonders verdächtige Lügengeschichten hielten... Er starb seelisch ganz und gar zerbrochen“ (Wolf Biermann in „Der Pianist – mein wunderbares Überleben“ von Wladyslaw Szpilmann).

Seinem Gedächtnis und dem „Wunderbaren Überleben“ des Juden Wladyslaw Szpilmann ist das von Dietrich Lohff komponierte „Requiem für einen polnischen Jungen“ gewidmet. Gleichzeitig gedenkt das Oratorium der sechs Millionen Juden, die in den deutschen Konzentrationslagern zu Tode kamen. Die Texte zu dem Werk stammen von Opfern des Faschismus, von denen mehrere selbst in Auschwitz und an anderen Orten starben.

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Mit der Aufführung am 9. November um 17 Uhr in der Marienkirche Großenhain soll der 75-jährigen Wiederkehr der „Reichspogromnacht“ vom 9. November 1938 gedacht werden, in der faschistische SA-Horden auf Anordnung des Nazistaates unter Duldung der Polizei – zum Teil unter dem Beifall der Bevölkerung – in Deutschland zahllose Synagogen und Geschäfte jüdischer Mitbürger zerstörten.

Ausführende sind Alena-Maria Stolle (Weimar, Sopran), Jakob Görlitz (Großenhain, Knabensolo), Kantorei und Vokalkreis Großenhain und Mitglieder der Elbland Philharmonie. Die musikalische Leitung hat kurzfristig der ehemalige Meißner Domkantor Andreas Weber übernommen. (SZ)

Karten gibt es im Vorverkauf u. a. im Ev.-luth Pfarramt, Naundorfer Straße 29, sowie an der Abendkasse.