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Konzertsaal Parkplatz

Knapp 100 Mitwirkende wollen Verdis Oper Nabucco unter freiem Himmel auf die Bühne bringen. Eine Herausforderung.

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© Frank Baldauf

Von Mandy Schaks

Es gehört schon ein bisschen Fantasie dazu: Dort, wo eigentlich Gäste vom Best Western Hotel Stephanshöhe ihr Auto abstellen, soll im Sommer ein Konzertsaal entstehen, der vielleicht größte, den Schellerhau je gesehen hat. Am 20. August – so sieht es der Plan vor – wird sich der Parkplatz in ein Festspielgelände verwandeln und ein Opernklassiker, Giuseppe Verdis Nabucco, unter freiem Himmel aufgeführt. Susanne Ihlau vom Paulis-Veranstaltungsbüro aus Braunschweig, das mit Klassik Open Airs seit etwa zwölf Jahren durch Deutschland tourt, freut sich schon darauf und verspricht den Besuchern ein einmaliges Erlebnis. Denn mit der Festspieloper Prag, die in der Zeit gerade Sommerpause hat, konnte aus ihrer Sicht eines der besten Opernhäuser verpflichtet werden, mit der die Konzertagentur auch schon viele, viele Male auf Tour war. Das gilt ebenso für die künstlerische Leiterin Melinda Thompson.

Diese prachtvolle Freiheitsoper mit dem weltberühmten Gefangenenchor als Open-Air-Spektakel habe schon Hunderttausende Zuschauer begeistert. „Wir sind damit gar nicht in Großstädten unterwegs“, sagt Susanne Ihlau. Die Veranstaltungsorte würden mehr nach dem besonderen Ambiente ausgewählt. Und das kann sie sich auf dem Platz in Schellerhau, umrahmt von viel Grün, gut vorstellen. „Das Einzige, was wir brauchen, ist die Fläche“, sagt sie. Die stellt das Hotel zur Verfügung.

Die Idee, mal einen Opern-Klassiker unter freiem Himmel in Schellerhau aufzuführen, hatte der Empfangschef von der Stephanshöhe Andreas Böhme. „Ich habe das mal in Neuhausen erlebt und fand das auch für unsere Region interessant“, sagt er. Mit dem Konzert direkt ins Grüne zu gehen, ist aber aus logistischen Gründen nicht möglich. Denn die knapp 100 Mitwirkenden reisen mit großem Gepäck an. Die Veranstalter bringen nämlich das gesamte Equipment selbst mit.

Die Techniker rücken morgens mit drei Sattelschleppern an und bauen die Licht- und Ton-Ausrüstung auf, ebenso das Orchesterzelt und die Bühne. Die ist erhöht, sodass die Besucher – die Veranstalter hoffen auf mindestens 600 Zuschauer – von den drei verschiedenen Sitzblöcken aus das Bühnenbild gut sehen können. „Es wird auch Plätze für Rollstuhlfahrer geben“, stellt Susanne Ihlau in Aussicht. Für alle anderen Gäste werden Stühle mit Rückenlehne aufgestellt, sodass die etwa zweieinhalbstündige Veranstaltung auch bequem erlebt werden kann. Zwischendurch ist eine Pause vorgesehen. Dann wie auch vor Beginn der Veranstaltung haben die Besucher auch die Möglichkeit, sich zu stärken. Das Catering übernimmt das Hotel Stephanshöhe.

„Open-Air-Produktionen bedeuten für jedes Opernensemble eine besondere künstlerische Herausforderung“, sagt Frau Ihlau. Hierbei gelte es, Aufführung und Ambiente der Spielstätte zu einem unvergesslichen Opernspektakel zu vereinen. „Sänger, Orchester, Regie und Technik müssen sich bei jeder Spielstätte neu auf die atmosphärischen und akustischen Gegebenheiten einstellen.“

Gespielt wird übrigens bei jedem Wetter. Sollte es regnen, geht das Konzert ohne Pause über die Bühne. Das hofft natürlich niemand, aber auch für den Fall sind die Veranstalter gerüstet: „Wir haben auch Regencapes zum Verkauf dabei.“

Karten im Vorverkauf gibt es für 39, 49 und 54 Euro unter anderem im Hotel Stephanshöhe in Schellerhau oder im SZ-Treffpunkt Dippoldiswalde, hier mit SZ-Card für 33,15, 41,65 und 45,90 Euro