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Kostenexplosion bei neuem Sprengplatz

Nachdem das Areal in der Gohrischheide von Kampfmitteln beräumt wurde, wird es saniert. Die kostet mehrere Millionen.

Von Antje Steglich

Die Kampfmittel wurden geborgen, jetzt werden Erdwälle geschoben und Flächen planiert. Bis Ende April soll der erste Bauabschnitt am Sprengplatz des sächsischen Kampfmittelbeseitigungsdienstes in Jacobsthal abgeschlossen sein, erklärte dessen Leiter Thomas Lange. Wann konkret es danach weitergeht, konnte er zwar noch nicht sagen. Dass es weitergeht, sei aber sicher.

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Denn zwar werden sich die Sprengungen hier, am Rande der Gohrischheide künftig auf Übungen beschränken und das Gros der sachsenweit gefundenen Kampfmittel in der Zerlegeeinrichtung in Zeithain vernichtet. Aber „wir brauchen den Sprengplatz“, ist Thomas Lange überzeugt – zum Beispiel für die Ausbildung von Sprengmeistern und für das Testen neuer Verfahren.

Der Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement (SIB) als Bauträger gab derweil folgenden Fahrplan vor: Noch im Frühjahr wird voraussichtlich die Bodensanierung beginnen, kündigte SIB-Sprecherin Andrea Krieger an. Die Umverlegung des bestehenden Sprengplatzes innerhalb der Anlage sei auch noch für dieses Jahr geplant.

Die Grundwassersicherung einschließlich eines Grundwassermonitorings ist für eine Zeitdauer von zehn Jahren, also bis 2024, vorgesehen.

Die Maßnahmen sind laut Andrea Krieger notwendig geworden, weil bei Untersuchungen des Munitionsvernichtungsplatzes Belastungen des Bodens und des Grundwassers durch sprengstofftypische Verbindungen festgestellt worden sind. Die Kosten für die Grundwassersicherung, die Umverlegung des Sprengplatzes sowie die Dekontamination belaufen sich voraussichtlich auf 8,6  Millionen Euro, heißt es auf Nachfrage der Sächsischen Zeitung.

Der Sprengplatz in Jacobsthal wird schon seit 1953 genutzt. Vor allem im Winter, und meist donnerstags, wurden auf dem sieben Hektar großen Areal in der Gohrischheide bis zu hundert Granaten in über zwei Metern Tiefe eingegraben, mit Kies abgedeckt und dann ferngezündet. Doch schon in den letzten Jahren sind die Detonationen selten geworden, sagen die Anwohner.

Künftig soll auch nicht mehr das ganze Areal, sondern nur noch eine kleine, eingehauste Fläche zum Sprengen von Munition genutzt werden.