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Kostenfalle Volksheim

Der Unterhalt der Gaststätte kostet die Gemeinde Wachau viel Geld. Ein Verkauf ist dennoch nicht geplant.

Von Thomas Drendel

Das Volksheim in Lomnitz ist eine Institution im Rödertal. Generationen haben hier gefeiert. Der Karneval ist legendär. Unvergessen ist auch das Konzert von Cora vor einigen Jahren. Bei den Hits sang der ganze Saal mit.

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Nach solchen Höhepunkten ist jetzt ein Tiefpunkt erreicht. Das Haus steht die meiste Zeit über leer. „Wir haben momentan keinen dauerhaften Mieter für die Gaststätte und den Saal“, räumt die Wachauer Hauptamtsleiterin Corina Krause ein. Vor allem bauliche Gründe stehen nach ihren Aussagen gegen eine langfristige Vermietung. „Beispielsweise muss in der Küche einiges getan werden, um hier die Vorschriften einzuhalten.“ Die vorherigen Betreiber hatten auf den Zustand hingewiesen. „Eine dauerhafte Zulassung durch die Hygienebehörden ist momentan nicht möglich.“ Eine Auflistung der notwendigen Reparaturen hat nach Angaben von Corina Krause eine hohe Summe ergeben. „Für uns ist klar, die Reparaturen können nicht mit einem Mal erledigt werden. Das müssen wir im Hinblick auf die uns zur Verfügung stehenden finanziellen Mittel Schritt für Schritt abarbeiten“, sagt sie.

Wie tief die Gemeinde mitunter für die Instandsetzung des Hauses in die Tasche greifen muss, zeigte sich an einem maroden Schornstein. Der musste dringend saniert werden. Ein Wiederaufbau hätte die Wohnungsmieter stark mit Schmutz und Lärm belastet. So entschied sich die Gemeinde, gleich eine Gastherme zu installieren und einen Schornstein errichten zu lassen. Kosten: rund 26 000 Euro wurden für eine neue Heizung ausgegeben. In welchem Zeitraum die Mängel im Volksheim beseitigt werden, wird sich bei den anstehenden Gesprächen über den nächsten Haushalt von Wachau zeigen. Dann werden die Summen festgelegt, die die Gemeinde bereit ist, in das Volksheim zu investieren. Trotz der hohen Kosten für den Unterhalt und die Reparaturen ist ein Verkauf des Volksheimes für die Gemeinde offenbar kein Thema. „Nein, das haben wir nicht vor. Es ist wichtig, einen Veranstaltungsraum in der Größe zu behalten.“ Außerdem sei fraglich, ob sich ein Käufer für das große Gebäude finden würde. Und wirklich, die Ausmaße des Volksheims sind immens: Allein der Saal ist 350 Quadratmeter groß. Außerdem gehören noch die Bühne und zwei Bars dazu. Die Gaststätte selber ist 60 Quadratmeter groß. Hinzu kommen noch ein Vereinszimmer, eine Garderobe sowie die Küche und ein Büroraum.

Immerhin gibt es Lichtblicke für das Volksheim: So werden auch in der kommenden Faschingszeit mehrere Karnevalveranstaltungen des Lomnitzer Carneval Clubs in dem Haus stattfinden. Außerdem hat der Ottendorfer Unternehmer Toralf Herrich angekündigt, wieder zu Veranstaltungen einzuladen. Der Betreiber einer Event- und Veranstaltungsagentur hat Erfahrung mit dem Volksheim. Mit großem Erfolg lud er beispielsweise zu einer XXL-Schlagerparty ein. Ende des Jahres veranstaltet er im Volksheim bereits eine große Silvesterparty. Welche Events im kommenden Jahr in dem Haus steigen sollen, ist allerdings noch unklar.

Im Frühjahr 2012 begann der Leerstand im Volksheim. Die damaligen Betreiber gaben wegen zu geringem Umsatz auf. Dann schrieb die Gemeinde das Haus zur Pacht aus. Etwa ein Jahr dauerte es, bis sich neue Betreiber gefunden hatten. Im Frühjahr dieses Jahres starteten dann zwei Kamenzer mit einem neuen Konzept. Doch auch hier erfüllten sich die Erwartungen nicht. Nach wenigen Monaten gaben sie auf.