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Krabats Welt in 15 Stationen

Ein neuer Audioguide führt Besucher in vier Sprachen über den Erlebnishof Krabatmühle Schwarzkollm.

© Anja Wallner

Von Anja Wallner

Schwarzkollm. Wo wurde das Gebäude der heutigen Mühlenscheune abgetragen und auf dem Gelände der Schwarzkollmer Krabatmühle wieder aufgebaut? Was waren die besonderen Herausforderungen beim Umsetzen und Restaurieren? Wie ist die Idee zum Bau des Erlebnishofes Krabatmühle entstanden? Wer hat die Rabenköpfe im Inneren der Schwarzen Mühle geschnitzt? Wo befindet sich eigentlich die „echte“ Schwarze Mühle? Und wer war überhaupt dieser Krabat, um den sich die Sage dreht? – Antworten auf diese und viele weitere Fragen bekommen Besucher der Krabatmühle entweder auf Tafeln auf dem Mühlengelände, bei Führungen über das Areal – und ganz neu durch einen Audioguide, der ab sofort für individuelle Rundgänge genutzt werden kann. Handlich, wie ein kleines Mobiltelefon, und leicht in der Bedienung kommen die Geräte daher. In vier Sprachen – Deutsch, Englisch, Sorbisch und Tschechisch – können die Zuhörer nun Zahlen, Daten, Fakten und Anekdoten rund um Krabat und den Erlebnishof erfahren und dabei durch die Gebäude des Mühlenensembles streifen.

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15 solcher Audioguides, wie sie in vielen Museen und anderen Kultureinrichtungen zum Standard gehören, hat die Krabatmühle Schwarzkollm gGmbH angeschafft. „Wir sind mit den Führungen nicht mehr hinterhergekommen“, begründet Geschäftsführer Tobias Zschieschick. Für die Gäste ist es bequem, so etwas über den Erlebnishof zu erfahren. Auch die zahlreichen Gruppen aus dem Ausland sollen dadurch besser betreut werden. Sie sollen schließlich nicht nur zum Plinsen-Essen in der Krabatmühle einkehren. Der größte Anteil kommt aus Tschechien, daher auch eine Version in Tschechisch.Das Unternehmen Kulturaufnahme MV GmbH aus Erfurt hat die Audioguides produziert. Die Mühlen-Mitarbeiter haben in monatelanger Arbeit Texte dafür ausgearbeitet. Und sie kommen auch selbst zu Wort: Kerstin Zukunft, verantwortlich für Kinder- und Jugendarbeit, erzählt etwas über die Entstehung des Erlebnishofes. Natürlich kommt auch die Krabatmühlen-Visionärin Gertrud Winzer zu Wort und blickt unter anderem zurück auf jene Zeit, da „Krabat“-Autor Otfried Preußler bei ihr in Schwarzkollm auf der Matte stand und sie ermutigte, doch hinsichtlich der Schwarzen Mühle „irgendetwas zu machen“.

Dieter Klimek ist als „Schwarzer Müller“ zu hören. Und Tischler Jonathan, der bis jetzt mit Unterbrechungen fast ein halbes Jahr in Schwarzkollm gearbeitet hat, berichtet über Leben der und Regeln für die freireisenden Wandergesellen. Reichlich 10 000 Euro haben die Audioguide-Systeme gekostet. Spendiert haben sie die Kulturförderung des Landkreises Bautzen, die Ostsächsische Sparkasse Dresden und die ASS Automobil-Service GmbH aus Senftenberg.

Gut eine Stunde dauert der spannende und unterhaltsame Rundgang mithilfe des Audioguides, den man sich um den Hals hängen und wie ein Telefon ans Ohr halten oder mit Ohrhörern nutzen kann. Die fremdsprachigen Versionen sind etwas kürzer, da beispielsweise O-Ton-Interviews fehlen. Der Besucher erhält dazu einen Lageplan des Geländes, auf dem die Nummern der einzelnen Stationen verzeichnet sind, analog zu den Nummern im Inhaltsverzeichnis des Guides.

Und so wandern die Gäste vorbei am Gesindehaus, über den Laufgang des Laubengangs mit seinem schönen Ausblick, den Turm des Müllers, das Wendentor, die Mühlenscheune, das „Haus des Müllers“, die Schwarze Mühle selbst und das Brezan-Haus. Auch die Krabatfestspiele und der Erlebnispfad sind Thema. Aufgelockert wird das Erzählte durch Toneffekte und Lieder, die manch einer bei einer Aufführung der Krabatfestspiele vielleicht schon mal gehört hat.

Im Schnitt dauern die Beschreibungen der einzelnen Stationen ein bis zwei Minuten. Dabei kann jeder selbst entscheiden, wie viel er sich anhört und in welcher Reihenfolge. Praktisch eine selbst zusammengestellte Führung.

Die Gebühr für den Audioguide kostet 2,50 Euro (mit einem Kopfhörer) oder vier Euro (mit zwei Kopfhörern). Beim Ausleihen ist ein Pfand (Ausweis, Führerschein oder Ähnliches) zu hinterlegen.