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Kräfte sammeln gegen die NPD

Politik. Mit einem großen Familienfest will das Netzwerk für Toleranz in Großenhain gegen die NPD-Kandidaten Apfel und Gansel mobilisieren.

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Von Peter Anderson

Das Großenhainer Netzwerk für Toleranz will noch vor Ende der Schulferien auf die Straße. „Wir planen für den 28. August ein Familienfest auf dem Großenhainer Hauptmarkt, um die Leute wachzurütteln“, sagt Philipp Kreisz, der bei dem überparteilichen Netzwerk die Fäden in der Hand hält. Viele wüssten noch nicht, dass die NPD mit Holger Apfel und Jürgen Gansel zwei ihrer gefährlichsten Männer für den Bundestagswahlkampf im Kreis Riesa-Großenhain aufbietet. Sie treten als Direktkandidaten in den Wahlkreisen 156 und 152 an.

Am 28. sind alle eingeladen

Kreisz und seine Mitstreiter wollen alles dafür tun, die Stimmanteile der NPD so klein wie möglich zu halten. Deshalb halten sie die Basis für den 28. August breit. „Eingeladen sind alle, die öffentlich gegen die NPD Flagge zeigen möchten“, sagt Kreisz. Angefangen von den großen Parteien über die Kirchen bis zum Kegelklub. Das gleiche Ziel verfolge das Motto „Familienfest“. Alt und Jung sollten gleichermaßen angesprochen werden. Für Beiträge zum Programm sind die Organisatoren immer dankbar. „Wir treffen uns jeden zweiten Mittwoch im Monat in den Räumen der Methodisten auf der Frauengasse 6“, sagt Netzwerk-Koordinator Kreisz.

Langsamer mahlen die Mühlen im Riesaer Raum. „Wir planen ein Forum mit allen Kandidaten, außer natürlich den NPD-Leuten“, sagt Dietmar Damaschke vom Kreisvorstand des DGB Riesa-Großenhain. Von Aktionen des Bündnis gegen Rechts Riesa (BGRR) weiß er nichts. BGRR-Chef Andreas Näther war Ende vergangener Woche telefonisch nicht zu erreichen.

NPD will sich Fragen stellen

Bei der CDU, die nicht im Bündnis mitarbeitet, will sich die Stadtverbandsvorsitzende Inge Reinacher auf den Endspurt konzentrieren. „Wir dürfen uns jetzt nicht verzetteln. Entscheidend sein werden die letzten drei Wochen vor der Wahl“, sagt sie. An ihrer Absage an das BGRR hält Inge Reinacher fest. Offiziell lautet die Begründung, das Bündnis werde zu stark von Parteien dominiert. Der Kampf gegen den braunen Sumpf sollte überparteilich geführt werden. Inoffiziell hingegen machen Beobachter Berührungsängste gegenüber der Linkspartei für den Sonderweg der CDU verantwortlich.

Wie der Wahlkampf der NPD aussehen wird, skizzierte unterdessen der Sprecher des Kreisverbandes Jens Pühse. Neben Info-Ständen würden für August und September öffentliche Kundgebungen sowie zwei Saal-Versammlungen vorbereitet, bei denen sich Gansel und Apfel den Fragen der Bürger stellen wollten. Darüber hinaus sollen CDs auf Schulhöfen verteilt werden. In Mehlteuer möchte die Partei den Gasthof erwerben und zu einem Schulungs- und Veranstaltungszentrum umbauen.